Impuls von Stefan Buß: Gedanken in den ersten Tagen des neuen Jahres
Mittwoch, 14.01.2026
von STEFAN BUß
FULDA / MKK - Die ersten Tage eines neuen Jahres sind eigentümliche Tage. Die Uhren laufen wie immer, die Sonne geht auf und unter wie immer — und doch fühlt sich etwas anders an. Etwas liegt offen vor uns. Etwas beginnt neu. Wir stehen an einer Schwelle.
Hinter uns liegt ein Jahr voller Tage — heller und dunkler, lauter und stiller, gelungener und gescheiterter. Manches haben wir bewusst gelebt, anderes hat uns überrascht. Manches haben wir mit Dankbarkeit verabschiedet, anderes würden wir gern zurücklassen.
Und nun liegt vor uns dieses neue Jahr — noch leer wie ein unbeschriebenes Blatt und dennoch verrinnen die ersten Tage des Jahres so schnell. Wir fragen uns vielleicht: Was wird kommen? Was wird bleiben? Was wird sich ändern? Und was nicht?
- In diese Offenheit hinein spricht Gott: „Siehe, ich mache alles neu.“
- Nicht: „Alles wird anders.“
- Nicht: „Alles wird leichter.“
- Nicht: „Alles wird gelingen.“
- Sondern: „Ich mache alles neu.“
Das ist kein Versprechen auf ein problemloses Jahr — aber ein Versprechen auf einen gegenwärtigen Gott. Einen Gott, der nicht sagt: „Mach du es besser“, sondern: „Ich bin der, der neu macht.“ Wir Menschen hängen gern unsere Hoffnung an Daten: an den 1. Januar, an einen Neuanfang, an Vorsätze, an Pläne. Und all das hat seinen Wert. Aber die Bibel erinnert uns: Das wirklich Neue beginnt nicht mit einem Datum, sondern mit Gottes Handeln.
Er macht neu:
- wo wir müde geworden sind,
- wo wir bitter geworden sind,
- wo wir verletzt worden sind,
- wo wir uns selbst verloren haben.
Gottes Neuanfang ist tiefer als ein Jahreswechsel. Er ist ein Herzenswechsel. Ein Blickwechsel. Ein Wegwechsel. Vielleicht beginnt dieses Jahr für manche mit Freude, für andere mit Sorge, für manche mit Leere, für andere mit Überforderung. Gott sagt nicht: „Komm erst zurecht, dann komme ich.“ Er sagt: „Siehe, ich bin da — und ich mache neu.“ Neuanfang heißt nicht, das Alte zu verdrängen. Es heißt, es Gott hinzulegen.
Das neue Jahr darf nicht nur ein Raum für Wünsche sein, sondern auch ein Raum für Abschied:
- Abschied von Schuld, die wir nicht mehr tragen müssen,
- Abschied von Erwartungen, die uns erdrücken,
- Abschied von Selbstbildern, die uns klein halten.
Manches, was wir mitschleppen, gehört nicht ins neue Jahr. Nicht weil es unwichtig war — sondern weil es schwer ist. Und Gott ist der, der sagt: „Du musst nicht alles behalten, um ganz zu sein.“
Wir sind bereits unterwegs durchs neue Jahr nicht als Wissende, sondern als Hoffende. Nicht als Starke, sondern als Getragene. Nicht als Fertige, sondern als Werdende.
Und wir dürfen gehen im Vertrauen: Was auch kommt — Gott geht mit. Was auch bleibt — Gott bleibt treu. Was auch zerbricht — Gott kann neu machen.