Main-Kinzig-Kreis: Ist die Zeit der Bezahlkarte für Geflüchtete endlich gekommen?
Mittwoch, 14.01.2026
von Redaktion Kinzig News
MAIN-KINZIG-KREIS - Der Main-Kinzig-Kreis plant, Ende Januar die Bezahlkarte für Geflüchtete und Asylsuchende endgültig einzuführen. Zuvor hatten technische Hürden diesen Prozess hinausgezögert.
Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Verwaltungsaufwand in Gemeinschaftseinrichtungen zu reduzieren und die Auszahlung von Leistungen zu vereinfachen. Zudem soll sichergestellt werden, dass staatliche Hilfen zur Deckung des täglichen Bedarfs verwendet werden und nicht zweckentfremdet werden können.
Technische Umsetzung
Bisher scheiterte die Einführung der Bezahlkarte an fehlenden Schnittstellen zu den Fachanwendungen. Das Land Hessen hat nun die technischen Hürden beseitigt, indem es ein Vergabeverfahren für die Bereitstellung der notwendigen Schnittstellen abgeschlossen hat.
Das Regierungspräsidium Darmstadt hat den Auftrag erteilt, das System in die bestehende Infrastruktur zu integrieren. Eine europaweite Ausschreibung war hierfür erforderlich.
Vorteile der Bezahlkarte
Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann betont, dass die Bezahlkarte die Auszahlung von Hilfen sicherer und transparenter macht und gleichzeitig die Kommunen entlastet. Über die Karte erhalten die Menschen auch ihre Aufwandsentschädigung für gemeinnützige Arbeitseinsätze.
Im Main-Kinzig-Kreis ist gemeinnützige Arbeit für Asylbewerber seit Jahren etabliert und wird durch ein Projekt mit Integrationsmaßnahmen wie Sprachkursen unterstützt. Ziel ist es, in diesem Jahr 200 Einsatzstellen zu erreichen.
Schrittweise Einführung
Die Einführung der Bezahlkarte beginnt in den Gemeinschaftseinrichtungen Underwood in Hanau-Großauheim und Hof Reith in Schlüchtern. Diese Einrichtungen wurden aufgrund ihrer Größe und technischen Infrastruktur ausgewählt. Die Bewohner erhalten ihre Sozialleistungen künftig über die Bezahlkarte, die wie eine Guthabenkarte für Einkäufe und alltägliche Ausgaben genutzt werden kann.
Bargeldabhebungen sind nur noch begrenzt möglich. Ein schrittweiser Rollout in weiteren Unterkünften und Kommunen ist geplant. (red)