Perfide Betrugsmasche reißt nicht ab: Hanauer Ehepaar um Goldmünzen und Schmuck geprellt
Donnerstag, 15.01.2026
HANAU / FRANKFURT AM MAIN - Mit einer besonders fiesen Masche haben Telefonbetrüger erneut ihr Ziel erreicht: Goldmünzen und Schmuck im Gesamtwert von etwa 150.000 Euro erbeuteten sie von einem Ehepaar aus dem Raum Hanau.
"Wie abgebrüht und skrupellos die Täter vorgingen, zeigt sich allein an dem Umstand, dass sich die Tat über zwei Tage zog und das Erlangte an drei verschiedenen Orten übergeben wurde. In diesem Fall gaben sich die Kriminellen am Telefon als falsche Polizeibeamte aus und griffen auf die Masche mit dem Unfall und der Kaution zurück", teilt die Polizei mit.
"Enorm unter Druck gesetzt"
Eine nahe Angehörige hätte angeblich einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht, und eine drohende Untersuchungshaft könne man nur mit einer Kaution verhindern. Diese würde man abholen, so die Vorgabe der Täter. Indem die Betrüger den Mann und die Frau über viele Stunden telefonisch kontaktierten und mit der erlogenen Geschichte bei ihnen enormen Druck aufbauten, brachten sie das Paar dazu, ihren Forderungen nachzukommen.
Begonnen hatte die Kontaktaufnahme am Dienstag. Hier kam es gegen 19 Uhr im Weißdornweg in Hanau-Klein Auheim zur ersten Übergabe an einen unbekannten Mann, der 30 bis 40 Jahre alt und etwa 1,70 Meter groß beschrieben wurde. Er trug dunkle Kleidung und hatte eine Schiebermütze auf.
Kriminalpolizei hofft auf Zeugenhinweise
Ein weiteres Treffen wurde für den Folgetag (Mittwoch, 14. Januar) im Bereich des Amtsgerichts Frankfurt-Höchst ausgemacht. In der angrenzenden Paul-Schwerin-Straße wurden einem etwa gleichaltrigen Mann mit dunklen, kurzen Haaren und rundlichem Kopf zwischen 10 Uhr und 10.30 Uhr weitere Teile der Beute übergeben. Am Nachmittag, zwischen 15 Uhr und 16 Uhr, erfolgte das dritte Treffen in der Jahnstraße in Hanau. Hier händigte man einem ebenfalls 30 bis 40 Jahre alten, klein gewachsenen Unbekannten nochmals Wertgegenstände aus.
Ob es sich bei den Abholern um dieselbe Person oder verschiedene handelte, ist laut Polizei noch unklar: "Sie verschwanden jeweils unerkannt ..." Die Kriminalpolizei ermittelt nun und bittet um Hinweise von Zeugen unter der Rufnummer 06181/100-123.
Aus diesem Anlass raten die Beamtinnen und Beamten erneut eindringlich zur Wachsamkeit: "Die Betrüger setzen bewusst auf einen Schockmoment und setzen ihre Opfer zeitlich unter Druck, um sie zu unüberlegten und schnellen Entscheidungen zu drängen. Oft bemerken Opfer den Betrug erst, wenn es zu spät ist." (red)