Durchbruch nach über 30 Jahren

Koblenz: Polizei gelingt Festnahme im Cold-Case-Mordfall Amy Lopez

Ermordete Amy Lopez. - Foto: Kriminalpolizei Koblenz


Mittwoch, 25.02.2026
von Redaktion Kinzig News

KOBLENZ - Mehr als drei Jahrzehnte nach dem grausamen Mord an der US-Touristin Amy Lopez in Koblenz hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst: Ein 81-jähriger Mann wurde am Montag in der Nähe der Stadt festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft.

Der Fall Amy Lopez gehörte zu den erschütterndsten ungeklärten Verbrechen der Region. Am Morgen des 26. Septembers 1994 brach die damals 24-jährige Amerikanerin auf, um die Festung Ehrenbreitstein zu besichtigen – eine Tour, von der sie nie zurückkehren sollte. 

Spielende Kinder entdeckten Amy Lopez` Leiche

Spielende Kinder entdeckten ihre Leiche kurz darauf im sogenannten General-von-Aster-Zimmer, einem Bereich am Felsenweg unterhalb der Festungsanlage. Der Fundort bot ein Bild des Grauens: Das Opfer war weitgehend entkleidet, wies schwerste Kopfverletzungen sowie mehrere Messerstiche auf und war stranguliert worden.

Wie aus einer gemeinsamen Erstmitteilung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Koblenz hervorgeht, führten die Ermittlungen nun, fast 32 Jahre nach der Tat, zu einem entscheidenden Erfolg. Am 23. Februar 2026 klickten für einen 81-jährigen Deutschen in seiner Wohnung die Handschellen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hatte zuvor beim Amtsgericht einen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts erwirkt.

Schweigen am Felsenweg bricht nach Jahrzehnten

Noch am Tag der Festnahme wurde der Senior einer Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den Vollzug der Untersuchungshaft anordnete. Lange Zeit galt das Verbrechen als einer der schwierigsten „Cold Cases“ des Landes. Trotz aufwendiger Spurensicherung und zahlreicher Zeugenbefragungen in den neunziger Jahren blieb der Mörder der jungen Frau zunächst im Verborgenen. 

Der Felsenweg, ein beliebter Wanderpfad hinauf zur Festung, war Schauplatz eines Verbrechens geworden, das die deutsch-amerikanischen Beziehungen und das Sicherheitsgefühl der Touristen in Koblenz über Jahre hinweg belastete. Dass jetzt ein Beschuldigter aus dem direkten Umfeld der Stadt präsentiert werden kann, markiert einen Wendepunkt in der Kriminalgeschichte der Stadt.

Ermittler laden zur Pressekonferenz

Aufgrund des außerordentlich hohen Interesses der Öffentlichkeit und der Medien an der Identität des Verdächtigen sowie den kriminaltechnischen Hintergründen der Festnahme haben die Behörden für den 25. Februar 2026 eine Pressekonferenz anberaumt. Um 14.00 Uhr wollen Staatsanwaltschaft und Polizei im Koblenzer Polizeipräsidium am Moselring über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren. 

Dabei dürfte vor allem die Frage im Fokus stehen, welche neuen Beweismittel oder modernen Untersuchungsmethoden nach über drei Jahrzehnten den dringenden Tatverdacht gegen den 81-Jährigen erhärtet haben. (red)

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