"Banal, bizarr, brillant": In Hanau werden Schätze und Kurioses ins Rampenlicht gerückt
Samstag, 21.03.2026
HANAU - Museen zeigen in Ausstellungen nur einen kleinen Teil ihrer Bestände. Der überwiegende Teil der Objekte wird sorgfältig gelagert oder verpackt in Depots aufbewahrt und bleibt der Öffentlichkeit meist verborgen. Die Ausstellung „Banal, bizarr, brillant: Vom Depot ins Rampenlicht“ präsentiert bis 28. Juni im Museum Schloss Philippsruhe einen Blick hinter die Kulissen.
„Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vor allem Objekte, die in den vergangenen fünf Jahren neu in die Sammlungen der Städtischen Museen Hanau aufgenommen wurden – ergänzt durch ausgewählte Stücke aus dem älteren Depotbestand“, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky zur Schau.
Rätselhafte Kuriositäten
Die Präsentation führt durch die Vielfalt des musealen Sammelns. Alltägliche Gebrauchsgegenstände, wie Zuckerstreuer, Werbegeschenke oder Salben, begegnen rätselhaften Kuriositäten, wie einem Wunderbecher oder der Hanauer Maus.
Dr. Markus Häfner, Leiter der Städtischen Museen, sagt: „Herausragende Kunstwerke, wie die Stillleben von Paula Dittberner oder Eugenie Bandell, stehen neben Objekten, deren Bedeutung sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Manche Exponate wirken skurril, andere beeindrucken durch ihre Schlichtheit oder handwerkliche Qualität. Gerade dieses Nebeneinander eröffnet neue Perspektiven auf das Sammeln im Museum.“
Was macht ein Kunstwerk sammlungswürdig?
Zugleich beantwortet die Ausstellung grundlegende Fragen: Warum bewahrt ein Museum unscheinbare Alltagsgegenstände oder ungewöhnliche Objekte auf? Was macht ein Kunstwerk sammlungswürdig – und wer entscheidet darüber? Ebenso werden Fragen zum Bewahren und Erhalten, zum Aufnehmen und Forschen beantwortet.
Gezeigt werden rund 80 Objekte aus insgesamt mehr als 100.000 Bestandsstücken. Die Städtische Sammlung umfasst etwa 40.000 kunst- und kulturhistorische Objekte sowie einen noch größeren archäologischen Bestand aus zahlreichen Grabungen. Jedes Objekt – ob banal, bizarr oder brillant – erzählt eine Geschichte über Menschen, Zeiten, Ideen und Entdeckungen mit Bezug zu Hanau. Die Ausstellung folgt keiner festen Ordnung, sondern lädt die Besucherinnen und Besucher zum Entdecken ein.
„Viele der Gemälde und Plastiken konnten in den letzten Jahren durch Gelder aus dem Nachlass des Hanauer Künstlerehepaares Marianne und Kurt Sauer für die Städtischen Museen erworben werden“, sagt Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen. „Dafür sind wir unendlich dankbar, konnten die Bestände doch um herausragende Exponate erweitert werden.“
Die Ausstellung wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Hanau. Restaurierungsmaßnahmen an Gemälden haben der Museumsverband Hessen und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur gefördert. (red)



