Amazon-Beschäftigte in Bad Hersfeld legen Arbeit nieder
Freitag, 20.03.2026
von Redaktion Kinzig News
BAD HERSFELD - Beim Internetversandhändler Amazon beginnen heute und morgen Streiks. ver.di ruft die Beschäftigten am Umbaustandort auf, gegen die Vorwürfe von Unproduktivität zu protestieren und auf ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.
Marcel Schäuble, Landesbezirksfachbereichsleiter Handel bei ver.di Hessen, kritisiert: „Amazon spricht langjährige Beschäftigte auf sogenannte Idle-Times an und übt Druck aus. Gleichzeitig wird das Warenvolumen derzeit reduziert und Leerläufe vom Unternehmen gesteuert.“
Umbau und Personalfragen sorgen für Spannungen
Der Standort Bad Hersfeld wird seit Herbst 2025 auf Robotertechnologie umgebaut. Die Belegschaft hat sich seitdem fast halbiert, ab Ende 2026 soll die volle Auslastung wieder erreicht werden. Schäuble vermutet, dass Amazon während der Umbauphase weitere langjährige Beschäftigte abbauen könnte, um nach Abschluss des Umbaus günstigeres Personal einzustellen.
Der Tarifkonflikt spitzt sich zu, da Einsteiger derzeit 17 Prozent weniger verdienen als erfahrene Beschäftigte und in den ersten beiden Jahren keinen Anspruch auf Sonderzahlungen haben.
Schäuble betont: „Die Beschäftigten sind verärgert über diese Vorgehensweise. Ein Tarifvertrag bei Amazon bleibt notwendig, um Lohndiskrepanzen abzuschaffen und faire Arbeitsbedingungen zu sichern.“