Der Stadtpfarrer bei KN

Impuls von Stefan Buß: Maria Verkündigung 25. März

Ich bin Stadtpfarrer Stefan Buß aus Fulda - Foto: Hendrik Urbin/KN


Mittwoch, 25.03.2026
von STEFAN BUß

FULDA / MKK - Am 25. März also 9 Monate vor dem Fest der Geburt Jesu feiert die Kirche das Fest Maria Verkündigung. Die Geschichte ist vielen vertraut. Der Engel Gabriel kommt zu Maria, dem jungen Mädchen in Nazareth und bringt eine umwerfende Botschaft mit (Lk.1,26-38).

Sie soll ein Kind zur Welt bringen. Das ist bei einer jungen Frau nichts Ungewöhnliches. Aber sie ist noch nicht mit Josef verheiratet. Auch das wäre heut zu Tage noch nichts außergewöhnliches, aber in der jüdischen damaligen Gesellschaft durchaus. Aber jetzt kommt es erst noch. Das Kind wird „Sohn Gottes genannt werden“ (Lk.1,35b). Die Verkündigung im Lukasevangelium ist ein gelungenes Zwiegespräch von Gott und Mensch, wobei der Engel Gabriel die Stelle Gottes einnimmt. Es ist ein Hin und Her, Rede und Antwort, Ansprache und Erwiderung. 

Dreimal ergreift der Engel die Initiative, und Maria antwortet jedes Mal auf eine andere Weise. Sie hört zu und ist offen für das Wort Gottes. Sie ist nicht vorschnell, ganz im Gegenteil. Es verschlägt ihr die Sprache – was sollte sie auch zu der Anrede sagen. Aber sie nimmt sie wahr und auf. Sie denkt nach und sucht nach einer Antwort, die in ihrer Aufmerksamkeit für den Engel den Ausdruck findet. 

Zaghaft kann sie so auf die zweite Anrede hin eine Frage stellen, die zugleich demütiges Zustimmen ausdrückt, um schließlich bei der dritten Anrede eine Antwort zu finden. Nicht in vorschnellem Abtun, sondern in Offenheit für das Gegenüber, in dem ihr Gott begegnet, zeigt sich uns Maria. So sollte jedes Gespräch sein, ein innerliches Voranschreiten, ein gemeinsames Vorwärtsbewegen. 

Wo Gott sich auf den Menschen zubewegt und sich dieser ihm öffnet gibt es kein von oben herab und von unten nach oben mehr, sondern ein tiefes aufeinander zugehen. Das lehrt uns die Szene der Verkündigung. Durch das „Ja“ Marias öffnet sich die Tür von Gott zum Menschen neu. Gott wählt den Weg über den Menschen. Gott in die Welt bringen ... bedeutet das nicht, dass wir durch unser Leben, unsere Haltung ein wenig dazu beitragen, dass es in unserer Umgebung „heller und heiler“ wird? 

Auch wenn wir uns unserer Schwächen, unserer Armseligkeit bewusst sind - wie Maria - sagen wir eigentlich jedes Mal, wenn wir durch unser Tun und Reden Gott zu den Menschen bringen, das „Ja“, dass auch Maria gesprochen hat.

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