Schnipp-Schnapp: So will Frankfurt gegen die Stadttauben vorgehen
Montag, 23.03.2026
von Redaktion Kinzig News
FRANKFURT - Frankfurt kämpft gegen seine fliegenden Mitbewohner und geht dabei ungewöhnliche Wege. Seit Mitte 2025 kümmert sich Dominik Legrum offiziell als Taubenbeauftragter um die oft als „Flugratten“ bezeichneten Stadttauben. Nun denkt er über eine radikale Methode nach: die Vasektomie männlicher Tauben.
„Organisatorisch nicht leicht, aber effektiv“, erklärt Legrum. Durch die Sterilisation könnten Monogamie-Paare dauerhaft aus dem Reproduktionskreislauf genommen werden. Wiesbaden plant Ähnliches: Dort sollen Tierärzte nach Schulungen an der Justus-Liebig-Universität Gießen die Vasektomie durchführen. Ein Eingriff dauert etwa zehn Minuten, anschließend bleiben die Tiere einen Tag in einer Voliere, bevor sie wieder freigelassen werden.
Sterilisation statt Fütterungsverbot
Trotz der drastischen Maßnahmen betont Legrum: „Tauben gehören zu Frankfurt dazu.“ Ziel sei es, die Population zu verkleinern, aber gesünder zu machen. Dafür setzt die Stadt auf betreute Taubenhäuser und Eiertausch: Brutpaare werden dadurch kontrolliert, ohne dass Tiere getötet werden.
Andere Städte setzen auf weitere Strategien: In Limburg sorgte die geplante Tötung von Stadttauben vergangenes Jahr für einen Aufschrei. Jetzt sollen Wanderfalken die Vögel vergrämen. In Kassel und Darmstadt hingegen bleibt der Eiertausch das zentrale Mittel, um die Taubenpopulation im Zaum zu halten.
Frankfurt könnte nun Vorreiter werden, mit einer Methode, die in Deutschland bisher einmalig wäre. Ob die Vasektomie gegen die allgegenwärtigen „Flugratten“ tatsächlich langfristig hilft, wird sich zeigen.