Schock für Tierhalter: Wolf steckt hinter neun toten Schafen
Samstag, 02.05.2026
von Redaktion Kinzig News
LAHN-DILL-KREIS - Nach dem Fund von neun toten Schafen im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis herrscht nun Klarheit: Mindestens ein Wolf steckt hinter den Rissen.
Wie ein Sprecher des Landesbetriebs HessenForst mitteilte, wurde bei einer genetischen Untersuchung Wolfs-DNA nachgewiesen. Damit ist bestätigt, dass ein Wolf an dem Vorfall beteiligt war. Noch ist allerdings offen, welches Tier genau verantwortlich ist. „Im zweiten Schritt werden die Genetikproben jetzt weiter untersucht, um festzustellen, welches Individuum für die Risse verantwortlich ist“, erklärte der Sprecher. Die Ergebnisse dazu stehen noch aus.
Schutz der Herde offenbar nicht ausreichend: keine Entschädigung?
Der betroffene Schafhalter hatte die insgesamt neun toten Tiere nach drei aufeinanderfolgenden Nächten im April entdeckt. Ein Wolfsberater verschaffte sich anschließend vor Ort ein genaues Bild der Lage, nahm Proben und dokumentierte die Riss-Spuren. Die Abstriche wurden anschließend im Labor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersucht.
Eine endgültige amtliche Bestätigung durch Experten des Wolfszentrums Hessen steht noch aus. Sollte offiziell festgestellt werden, dass ein Wolf die Tiere gerissen hat, kann der Halter eine Ausgleichszahlung beantragen. Allerdings hatte das Wolfszentrum bereits zuvor festgestellt, dass für die Herde kein „ausreichender Grundschutz“ vorhanden gewesen sei – etwa durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen gegen Wolfsangriffe.
Sieben weitere tote Schafe geben Rätsel auf
In der Region rund um Greifenstein hat sich inzwischen ein Wolfsrudel etabliert. Erst vor wenigen Tagen waren dort sieben weitere tote Schafe entdeckt worden. Auch in diesem Fall laufen derzeit genetische Untersuchungen, Ergebnisse gibt es bisher nicht. Im hessenweiten Monitoring-Jahr 2025/26, das Ende April endet, wurden bislang sieben Wolfsrisse amtlich bestätigt. In zahlreichen weiteren Fällen kann eine Beteiligung von Wölfen bislang nicht ausgeschlossen werden.