Hass auf Journalisten nimmt zu: Deutschland rutscht im Pressefreiheit-Ranking deutlich ab
Sonntag, 03.05.2026
von Redaktion Kinzig News
DEUTSCHLAND - Die Lage der Pressefreiheit verschärft sich weltweit. Auch Deutschland ist in dem Ranking auf Platz 14 abgerutscht. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen hervor, die jedes Jahr einen globalen Überblick veröffentlichen.
Für die Bundesrepublik ist die Veröffentlichung ein Dämpfer: Sie verliert drei Plätze und rutscht damit von Platz 11 auf Platz 14 ab. Das ist nur noch die Bewertung "zufriedenstellend". Hinter diesem nüchternen Wort verbirgt sich eine spürbare Verschlechterung.
Hass und Hetze werden zum Alltag – sowohl im Netz als auch auf der Straße
Der Grund für den Abstieg wird in der Pressemitteilung klar benannt: Journalisten sehen sich auf der Straße und auch im Netz immer häufiger Anfeindungen ausgesetzt. Beleidigungen, Drohungen und wachsender öffentlicher Druck gehören für viele inzwischen zum Alltag.

Auch innerhalb der Redaktionen wird die Arbeit schwieriger. Besonders bei sensiblen Themen, etwa der Nahostberichterstattung, berichten Medienschaffende von zunehmender Polarisierung und angespannten Bedingungen.
Gesetze schränken Medien stärker ein
Aber nicht nur Kriege setzten der Pressefreiheit zu. In vielen Ländern werden Gesetze verschärft oder so angepasst, dass die Medien stärker kontrolliert oder bestraft werden können. Die Zahlen sprechen für sich: Allein im Jahr 2026 wurden bis jetzt 13 Journalisten getötet. Es gab 26 Entführungen, 140 Journalisten werden vermisst und 495 befinden sich im Gefängnis.
Noch düsterer fällt der Blick auf die globale Lage aus. Erstmals seit Beginn der Erhebung vor 25 Jahren gilt die Situation in mehr als der Hälfte aller untersuchten Länder als "schwierig" oder sogar „sehr ernst“. Nur sieben Staaten schneiden als gut ab – darunter befinden sich die skandinavischen Länder sowie die Niederlande und Irland. Ganz unten im Ranking finden sich Staaten wie Afghanistan, Saudi-Arabien, Iran, China, Nordkorea und Eritrea wieder. Dort existiert freie Berichterstattung praktisch nicht.