Standing Ovations und Fotos im Foyer

"One Moment in Time": Textsicheres Publikum bejubelt Songs von Whitney Houston

Neben der Sängerin sind auch eine Liveband, ein Chor und Tänzer auf der Bühne, um die herausragenden Songs in Erinnerung zu rufen. - Fotos: privat


Donnerstag, 07.05.2026

BAD ORB - Whitney Houston war nicht einfach eine Künstlerin. Mehr als 400 Auszeichnungen für ihr musikalisches und filmisches Wirken hat die Sängerin und Schauspielerin eingeheimst, womit sie zu den weltweit am häufigsten ausgezeichneten Künstlerinnen aller Zeiten zählt.

Ihre größten Hits sind es, die am zurückliegenden Mittwoch die Gäste in den Theatersaal der Bad Orber Konzerthalle locken. Eine Live-Show mit Sängerin Donna Blackwood, einer mitreißenden Liveband, einem stimmgewaltigen Chor und energiegeladenen Tänzern, unterstützt von eindrucksvoller Multimedia-Technik und faszinierender Lichtshow sorgt für eine beeindruckende Hommage an die Künstlerin.

Standing Ovations und Fotos im Foyer


„One Moment in Time – The Whitney Houston-Story“ endet mit Standing Ovations und Fotos im Foyer - „gorgeous“, wie die Interpretin des Abends sagen würde, „wunderschön“.

Überhaupt ist Donna Blackwood anzumerken, mit welcher Begeisterung sie mit „ihrem Team“ gemeinsam auf der Bühne steht. „Incredible , amazing, sparkling, gorgeous, outstanding“ („Unglaublich, fantastisch, funkelnd, wunderschön, hervorragend“) sind nur einige der Superlative, die sie für die Beteiligten findet, deren Aufgabe es an diesem Abend ist, die Musik von „The voice“, wie Whitney Houston auch betitelt wurde, auf der Bühne lebendig werden zu lassen.

Herausragendes musikalisches Vermächtnis

Eine wirkliche Herausforderung, denn wie der „Rolling Stone“, eine amerikanische Musikzeitschrift, betonte, gehörte sie (zumindest zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 2008) zu den „100 größten Sängern aller Zeiten“. Ihre Version von Pop- und Soulmusik, beeinflusst vom traditionellen Gospel, sorgte für ein herausragendes musikalisches Vermächtnis. Und ihre Fähigkeit, auf der Bühne eine ganz besondere Beziehung zum Publikum herstellen zu können und angeblich sogar noch intensiver zu klingen als im Studio, ist legendär.

Textsicheres Publikum bejubelt Songs von Whitney Houston


Unvergessen das für die abendliche Show namengebende „One moment in time“, dessen Entstehungsgeschichte und Erfolg eine der unzähligen Erfolgsstories rund um die Pop-Ikone ausmachte: Zu den 24. Olympischen Spielen in Seoul 1988 schrieb Giorgio Moroder die Hymne „Hand in Hand“ für die südkoreanische Band Koreana. Der amerikanische Fernsehsender NBC beauftragte allerdings Albert Hammond, für die Olympia-Berichterstattung ebenfalls ein Lied zu schreiben. Gemeinsam mit John Bettis und produziert von Narada Michael Walden entstand die Hymne „One moment in time“, eine Aufforderung, an sich selbst zu glauben und Widerstände zu überwinden. Das Lied drängte den offiziellen Song in den Hintergrund und stürmte in wenigen Wochen weltweit die Hitlisten.

Ob sie diese Geschichte nun kennen oder nicht, die Gäste des Abendprogramms sind jedenfalls bei diesem und annähernd jedem anderen Lied des Abends textsicher. Was kein Wunder ist, gehörten doch Songs wie „I have nothing“, „I will always love you“, „I wanna dance with somebody“, „How will I know“, „All at once“ und „Higher love“ zu den Chartstürmern, die schon damals ihre Zuhörer in Begeisterung versetzten. Von den 200 Millionen verkauften Platten steht sicher die ein oder andere auch in den Schränken der Besucherinnen und Besucher.

Kleidermarathon bei den Tänzern


Was sie wahrscheinlich nicht haben, sind Erinnerungsstücke an die Sängerin. Dabei hätten sie durchaus eine Chance gehabt, solche zu erwerben: Etliche Kleidungsstücke und Accessoires wurden nach dem Tod Houstons im Auktionshaus Juliens versteigert, darunter auch ein Bustier, das die verstorbene Popsängerin trug. Der Erlös nur für dieses eine Stück: 18.750 Dollar. Doch auch schon zu Lebzeiten hatte die Pop-Ikone Teile ihrer ausufernden Bühnengarderobe versteigert – schließlich galt nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihr Outfit ihren Fans als „ikonisch“.

Dass die Show in Bad Orb auch in dieser Hinsicht nicht enttäuschen darf: Für die Veranstalter offenbar selbstverständlich. Sechs verschiedene Outfits, die Kleider oft gewagt geschlitzt, meist glitzernd, stechen dem Publikum ins Auge. Noch ambitionierter ist der Kleidermarathon bei den Tänzern: Gleich siebenmal ziehen diese sich zwischen ihren Choreographien um, bevor sie erneut stimmungs- und aktionsgeladen auf der Bühne erscheinen.

Stimmungsgeladen ist auch das Publikum, das generell gerne Applaus spendet, aber insbesondere die Background-Sängerin Veronica Atzeni und die Saxophonistin Donata Greco für ihre Auftritte ins Herz geschlossen hat. Herz beweisen die Gäste auch bei den Zugaben, zu denen die Smartphones geschwenkt werden – entweder zum Filmen oder mit der eingeschalteten Taschenlampenfunktion.

Nach knapp zweieinhalb Stunden geht es ins Foyer, schnell noch ein Selfie mit den Künstlern machen, einen Plausch halten, Autogramme einheimsen – schließlich gibt es auch diesen „Moment in time“ nur einmal ... (red)

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