Von Trinkbrunnen und Refill-Stationen bis zu Freibädern

Hitzeschutz in Hanau: Stadt baut Maßnahmen für heiße Tage aus

Der Trinkbrunnen auf dem Freiheitsplatz und zahlreiche Refill-Stationen im Stadtgebiet ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, kostenlos ihre Flaschen mit Trinkwasser aufzufüllen. - Fotos: Stadt Hanau/Moritz Göbel


Dienstag, 28.07.2026

HANAU - „Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr, sondern eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels, die auch konkret bei uns in Hanau angekommen sind. Deshalb setzen wir auf einen breiten Mix aus kurzfristigen Hilfsangeboten und langfristigen Maßnahmen zur Klimaanpassung“, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky mit Blick auf hohe Temperaturen in den vergangenen und kommenden Wochen.

Langanhaltende Hitzeperioden stellen die Brüder-Grimm-Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger zunehmend vor Herausforderungen. Zum Schutz der Bevölkerung hat die Stadt Hanau schon zahlreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt und arbeitet gleichzeitig an weiteren kurzfristigen sowie langfristigen Angeboten für Hanauerinnen und Hanauer. Ziel ist es, insbesondere vulnerable Personengruppen wie ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen und wohnungslose Menschen besser vor den gesundheitlichen Folgen extrem hoher Temperaturen zu schützen.

Information, Vorsorge und gegenseitige Rücksichtnahme


„Dabei geht es nicht nur um Infrastruktur, sondern auch um Information, Vorsorge und gegenseitige Rücksichtnahme. Unser Ziel ist es, allen Menschen in Hanau Möglichkeiten zur Abkühlung und Unterstützung anzubieten“, so Rathauschef Claus Kaminsky. Bereits seit Ende 2023 arbeitet die Stadt Hanau an einer systematischen Hitzeaktionsplanung, für die sich zahlreiche städtische Fachbereiche und Gesellschaften regelmäßig über vorhandene und weitere Maßnahmen austauschen und diese abteilungsübergreifend gemeinsam umsetzen.

Hitze-Portal bietet ersten Überblick


Ein zentraler Baustein und erster Anlaufpunkt bei hohen Temperaturen ist das städtische Hitze-Portal. Hier finden Bürgerinnen und Bürger Hinweise zum richtigen Verhalten an heißen Tagen, Informationen zu Trinkbrunnen und Refill-Stationen, Verhaltenstipps, auch in einfacher Sprache, Hinweise auf das Hitze-Telefon des Main-Kinzig-Kreises sowie die sogenannte „Coole Map“.

Die Stadtkarte „Coole Map“ zeigt schattige, grüne und kühle Orte im gesamten Stadtgebiet, die an heißen Tagen zur Erholung und Abkühlung genutzt werden können. Neben den digitalen Versionen für die Innenstadt und alle Stadtteile stehen gedruckte Exemplare der Innenstadt-Karte unter anderem im Rathaus, im Kulturforum, im Hanau-Laden sowie in der „Hitzefrei Lounge“ im Stadthof kostenlos zur Verfügung. Aktuell wird die „Coole Map“ überarbeitet und erweitert, zudem soll sie künftig auch in Hanauer Hotels ausliegen.

Zum Hitzeschutz gehören des Weiteren der öffentliche Trinkbrunnen auf dem Freiheitsplatz und das stetig wachsende Netz an Refill-Stationen, an denen kostenlos Trinkwasser in mitgebrachte Flaschen nachgefüllt werden kann. Auch die beiden städtischen Freibäder, das Lindenau-Bad und das Heinrich-Fischer-Bad, gehören zu diesen Refill-Stationen. Hier können sich auch Menschen mit Trinkwasser versorgen, die das Bad selbst nicht besuchen.

Auch naturnahe Orte wie der Schlosspark, der Schlossgarten, das Kinzig- und Main-Ufer, die Hanauer Friedhöfe und die ausgedehnten Waldflächen der Brüder-Grimm-Stadt bieten kühlere Aufenthaltsmöglichkeiten.
Auch naturnahe Orte wie der Schlosspark, der Schlossgarten, das Kinzig- und Main-Ufer, die Hanauer Friedhöfe und die ausgedehnten Waldflächen der Brüder-Grimm-Stadt bieten kühlere Aufenthaltsmöglichkeiten.
Die Stadtkarte „Coole Map“ zeigt schattige, grüne und kühle Orte im gesamten Stadtgebiet, die an heißen Tagen zur Erholung und Abkühlung genutzt werden können.
Die Stadtkarte „Coole Map“ zeigt schattige, grüne und kühle Orte im gesamten Stadtgebiet, die an heißen Tagen zur Erholung und Abkühlung genutzt werden können.
Die beiden Hanauer Freibäder (Lindenau-Bad und Heinrich-Fischer-Bad) bieten vielen Menschen eine Möglichkeit zur Abkühlung.
Die beiden Hanauer Freibäder (Lindenau-Bad und Heinrich-Fischer-Bad) bieten vielen Menschen eine Möglichkeit zur Abkühlung.

Hanauer Freibäder als Orte zur Abkühlung


Gerade die beiden Freibäder nehmen im Hanauer Hitzeschutzkonzept eine wichtige Rolle ein. Sie bieten vielen Menschen eine Möglichkeit zur Abkühlung, die diese zuhause nicht haben, weil sie keinen Garten oder Balkon haben oder sich eine Fernreise nicht leisten können. Für diese Hanauerinnen und Hanauer sind die Freibäder damit wichtige Erholungsorte vor der Haustür. 

Während der Sommermonate verzeichnen die Bäder regelmäßig mehrere tausend Besucherinnen und Besucher täglich. Sonnensegel, natürliche Beschattung durch den alten Baumbestand, kostenfreies Wasser für wartende Gäste sowie klimatisierte Aufenthaltsbereiche für Mitarbeitende gehören bereits zu den bestehenden Maßnahmen. Gleichzeitig prüft die Stadt, wie bei anhaltenden Hitzeperioden künftig noch längere Öffnungszeiten bis 22 Uhr ermöglicht werden können.

Schatten an naturnahen Orten finden


Auch zahlreiche Brunnen im Stadtgebiet und die Wasserspiele auf dem Freiheitsplatz und in der Friedrich-Ebert-Anlage tragen zur Aufenthaltsqualität an heißen Tagen bei. Hinzu kommen naturnahe Orte wie der Schlosspark, der Schlossgarten, das Kinzig- und Main-Ufer, die Hanauer Friedhöfe und die ausgedehnten Waldflächen der Brüder-Grimm-Stadt, die ebenfalls kühlere Aufenthaltsmöglichkeiten bieten.

Wer eine klimatisierte Aufenthaltsmöglichkeit in der Innenstadt sucht, findet diese unter anderem im Stadthof. Hier lädt neben dem klimatisierten Erdgeschoss zusätzlich die „Hitzefrei Lounge“ während der regulären Öffnungszeiten mit Sitz- und Liegemöglichkeiten, Ventilatoren, kostenfreien Fächern der Stadtwerke Hanau sowie kostenfreiem Trinkwasser zum Ausruhen ein. Das Kulturforum am Freiheitsplatz zählt ebenfalls zu den kühlen öffentlichen Aufenthaltsorten und ist mit rund 6.000 Quadratmetern Fläche ein beliebter Dritter Ort in der Innenstadt.

Hitzepläne in Hanauer Kitas


Neben den Angeboten für die Bevölkerung stehen auch die Beschäftigten der Stadt sowie städtischer Einrichtungen im Fokus. In den Kindertageseinrichtungen des Eigenbetriebs Hanau Kindertagesbetreuung greifen umfassende Hitzepläne. Diese reichen von angepassten Tagesabläufen über Verschattungsmaßnahmen und kalte Verpflegung bis hin zur Nutzung besonders kühler Räume. Die Konzepte werden kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt.

Während der besonders heißen Tage wurden im Klinikum Hanau rund 20 Prozent mehr Patientinnen und Patienten mit Dehydrierungssymptomen behandelt. Betroffen waren überwiegend ältere Menschen, vereinzelt auch deutlich jüngere Erwachsene unter 30 Jahren. Um sowohl Beschäftigte als auch Patientinnen und Patienten bestmöglich zu schützen, wurden im Klinikum unter anderem zusätzliche Kühlzonen eingerichtet. In mehreren Bereichen sorgen technische Kühlsysteme, eine Kühldecke in der Zentralen Notaufnahme und moderne Betonkernaktivierung für niedrigere Raumtemperaturen. Die Computertomographie wird zusätzlich über Umluft-Kühlgeräte gekühlt.

Stadtpolizei verteilt Trinkwasser an Obdachlose


Auch die Stadtpolizei hat an heißen Tagen einen verstärkten Blick auf besonders gefährdete Menschen. Einsatzkräfte verteilen bei hohen Temperaturen Trinkwasser an Obdachlose und suchen gezielt den Kontakt, um auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen.

Auch bei städtischen Veranstaltungen wird der Hitzeschutz verstärkt mitgedacht. So stimmen sich die städtischen Mitarbeitenden frühzeitig mit Caterern über die Ausgabe von kostenfreiem oder kostengünstigem Trinkwasser ab. Beim Hanauer Kultursommer gibt es ein kostenfreies Sonnencreme-Angebot.

Einzelhandel und Gastronomie mit Hitzeangeboten


Darüber hinaus arbeitet die Hanau Marketing GmbH gemeinsam mit dem Hanauer Einzelhandel daran, weitere Refill-Stationen und klimatisierte Aufenthaltsorte sichtbar zu machen. Geschäfte werden ermutigt, kostenlos Trinkwasser anzubieten, auf klimatisierte Räume hinzuweisen und Besucherinnen und Besuchern eine kurze Abkühlung zu ermöglichen. Auch Hotels sollen künftig stärker eingebunden werden, etwa als Verteiler der „Coolen Map“.

Zudem bietet das Grimm’s Hotel in Hanau im Juli und August Bürgerinnen und Bürgern mit Wohnsitz im Umkreis von 30 Kilometern ab einer Wetterprognose von mindestens 30 Grad für die Brüder-Grimm-Stadt klimatisierte Zimmer zu vergünstigten Sonderpreisen an.

Weitere Maßnahmen in Vorbereitung


Parallel bereitet die Stadt weitere umsetzbare Maßnahmen vor. Dazu zählen zusätzliche Trinkbrunnen, weitere Refill-Stationen, unter anderem in allen städtischen Kindertageseinrichtungen – vor allem für die abholenden Personen vor Ort, zusätzliche Schattenangebote und die Prüfung längerer Öffnungszeiten ausgewählter klimatisierter öffentlicher Gebäude, darunter das Kulturforum und der Stadthof. Ab Mitte August testet die Stadt Hanau außerdem gemeinsam mit der Firma Schräder aus Nordrhein-Westfalen eine Sprühnebelsäule. Diese wird für rund vier Wochen für eine angenehme Erfrischung direkt am Marktplatz sorgen.

Langfristig setzt Hanau zudem auf Maßnahmen der Klimaanpassung. Dazu gehören zusätzliche Baumpflanzungen, die Entsiegelung städtischer Flächen, das Naturwaldkonzept, die Weiterentwicklung von Grün- und Aufenthaltsflächen sowie Projekte zur Stärkung des Kinzig-Ufers und weiterer kühler Freiräume im Stadtgebiet.

Die Stadt weist darauf hin, dass bei außergewöhnlichen Hitzelagen einzelne Öffnungszeiten städtischer Einrichtungen kurzfristig angepasst werden können, unter anderem vom Wochenmarkt, der Museen oder des Wertstoffhofs. Auch die Müllabfuhr kann ihre Touren zum Schutz der Beschäftigten in die frühen Morgenstunden verlegen. Über aktuelle Änderungen informiert die Stadt jeweils über ihre bekannten Kommunikationskanäle.

Weitere Informationen rund um den Hitzeschutz, die „Coole Map“, Trinkbrunnen, Refill-Stationen sowie Verhaltenstipps finden Interessierte auf dem städtischen Hitze-Portal. (red)

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