GELNHAUSEN
Friedliche Kundgebung für mehr Demokratie und gegen Rassismus
Fotos: Dietmar Kelkel
Montag, 30.08.2021
Unter dem Motto „Wir sind mehr!“ hat der Verein „Hand aufs Herz Gelnhausen“ zusammen mit IG Metall, DGB und weiteren Initiativen am Samstagabend vor der Sport- und Kulturhalle in Meerholz eine Kundgebung für eine aufgeklärte, offene und demokratische Gesellschaft durchgeführt. Anlass war der gleichzeitige Wahlkampfauftakt der AfD in der Mehrzweckhalle mit den Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla.
„Lasst uns gemeinsam ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit setzen“, forderten „Hand aufs Herz“-Vorsitzender Alex Schopbach und seine Stellvertreterin Julia Hott rund 200 Teilnehmer der Kundgebung auf. Die beiden betonten: „Wir möchten mit den Menschen aus der gesamten Region erneut Gesicht für eine tolerante, weltoffene und friedliche Welt ohne Rassismus, Rechtsextremismus, Populismus, Gewalt und Verschwörungstheorien zeigen. Wir möchten dafür sensibilisieren, dass die Botschaften und vermeintlichen Lösungen der Populisten unsere Welt eben nicht zum Besseren wenden sondern genau das Gegenteil zum Ziel haben. Wir sind ganz klar gegen Nazis.“
AfD sei nicht demokratisch
Ihre Solidarität mit der Initiative „Hand aufs Herz“ bekundeten die Redner SPD-Landesvorsitzende Nancy Faeser, VVN-BdA-Kreisvorsitzender Horst Koch-Panzner, der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Reul, Jutta Shaikh von „Omas gegen rechts“, Andreas Goercke von „Fulda stellt sich quer“, der SPD-Landtagsabgeordnete Heinz Lotz, die Linken-Landtagsabgeordnete Saadet Sönmez, die Erste Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises Susanne Simmler, Knut Kiesel von Bündnis 90/Die Grünen, Niklas Schäfer von Fridays for Future, Diakon und Jugendleiter Andreas Kaufmann von der evangelischen Kirchengemeinde Meerholz-Hailer und Hagen Kopp von der „Initiative 19. Februar“ sowie Angehörige der Opfer des Attentates von Hanau.
Horst Koch-Panzner vom Bund der Antifaschisten betonte, dass eine Partei wie die AfD, die demokratisch gewählt wurde, noch lange nicht demokratisch sei. „Die blaue Verpackung macht den braunen Inhalt nicht genießbarer.“
Nancy Fraeser sagte:„Wir alle müssen Zeichen setzen gegen Hass, Rassismus und Ausgrenzung. Das ist das Entscheidende. Aus Worten werden Taten. Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun. Wir müssen uns denjenigen entgegen stellen, die die geistigen Brandstifter für spätere Taten wie das Attentat in Hanau sind.“
"Gut zu wissen, dass wir mehr sind"
Jugend-Diakon Andreas Kaufmann hatte ein Schild mitgebracht, auf dem auf der einen Seite stand „Offen für Vielfalt“ und auf der anderen Seite „Geschlossen gegen Ausgrenzung“. Dieses Schild hänge im Gemeindezentrum nicht als Lippenbekenntnis, sondern als Leitwort. Den Jugendlichen und jungen Erwachsenen sei es wichtig, dass alle Menschen gleiche Rechte hätten, egal welche Hautfarbe sie hätten, wo sie herkämen und welcher Religion sie angehörten. Dazu gehöre es auch Vielfalt ausleben zu können und von anderen Kulturen zu lernen.
Vize-Landrätin Susanne Simmler betonte: „Es ist gut zu wissen, dass wir mehr sind als die in der Halle. Wir sind auch hier, um für unsere Demokratie aufzustehen.“
Rund zwei Dutzend Einsatzkräfte der Polizei hatten das Gelände, auf dem die friedliche Gegenkundgebung stattfand, abgesperrt und verbrachten einen ruhigen Abend.
Musikalisch umrahmten die Musiker Jack Muir und Tassimo Alexander Rösch die Veranstaltung mit Songs wie „Sag mir, wo die Blumen sind“, „Heart of Gold“ oder „Learning to Fly“.