HANAU

Hanau: Heraeus Precious Metals investiert rund 35 Millionen Euro

Heraeus Precious Metals investiert rund 35 Millionen Euro in den Ausbau des Edelmetallrecyclings in Hanau.
Fotos: Heraeus Deutschland GmbH & Co. KG


Dienstag, 16.05.2023

Heraeus Precious Metals, einer der führenden Anbieter von Edelmetallprodukten und eines der größten Recyclingunternehmen für Platingruppenmetalle, erweitert seine Recyclingkapazitäten in Deutschland durch eine 35 Millionen Euro große Investition.

Damit wird das Unternehmen der weltweit gestiegenen Recyclingnachfrage gerecht und baut seine marktführende Position in Europa weiter aus. Durch die Erweiterung werden mehr als 20 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Am Hauptsitz in Hanau betreibt Heraeus Precious Metals bereits eine der weltweit größten Edelmetallscheideanstalten für das Recycling der so genannten Platingruppenmetalle (PGM). Hier entstehen bis 2026 mehrere zusätzliche Produktionslinien, die die Kapazitäten für das Edelmetallrecycling deutlich steigern. In den neuen Produktionslinien werden elektrolytische Verfahren eingesetzt, die den Chemikalieneinsatz reduzieren und die Ausbeute der Prozesse weiter erhöhen. Dank modernster Produktionsprozesse und durch effektive Batch-Management-Systeme werden Produktqualität und Betriebseffizienz gleichermaßen gesteigert.

"Edelmetalle im Kreislauf halten"


Platingruppenmetalle, zu denen Platin, Palladium, Rhodium, Iridium, Ruthenium und Osmium gehören, sind aus unserer heutigen Welt nicht wegzudenken. Sie werden aufgrund ihrer besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften in vielen Bereichen, zum Beispiel als Katalysatoren zur Abgasreinigung, zur Herstellung von grünem Wasserstoff, zur Produktion von Düngemitteln oder als Medikament in der Krebstherapie eingesetzt.

Angesichts ihrer begrenzten Verfügbarkeit und den hohen CO2-Emissionen bei der Gewinnung und Verarbeitung, ist es unerlässlich, Edelmetalle im Kreislauf zu halten und sie aus Altmaterialien zurückzugewinnen. Im Vergleich zu Primärmaterial aus Minen haben recycelte Platingruppenmetalle einen bis zu 98 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck. Darüber hinaus hat der nasschemische Prozess, der in Hanau zum Einsatz kommt, den niedrigsten CO2-Fußabdruck der Recyclingverfahren für Platingruppenmetalle.

Durch den Ausbau der Kapazitäten werden mehr als 20 neue Arbeitsplätze am Hauptsitz Hanau geschaffen.

Nachfrage nach recycelten Materialien nimmt zu


Die Nachfrage nach recycelten Materialien und Kreislauflösungen nimmt ständig zu, nicht zuletzt getrieben von steigendem Umweltbewusstsein, welches Anwendungen wie grünem Wasserstoff Auftrieb gibt. Aber auch das Bestreben der EU, unabhängiger bei kritischen Rohstoffen zu werden, spielt eine große Rolle. „Wir sind davon überzeugt, dass die Nachfrage in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird. Nur gemeinsam können Primärmaterial aus Minen und Sekundärmaterial aus dem Recycling den globalen Bedarf decken“, erklärt Marius Vigener, kommerzielle Leitung Business Line Chemicals bei Heraeus Precious Metals.

„Unsere Anlagen sind auf dem höchsten Stand der Technik. Wir gewinnen Edelmetalle aus Altmaterialien quasi vollständig zurück“, ergänzt Christian Mock, technische Leitung Business Line Chemicals bei Heraeus Precious Metals. „Die Investition am Standort Hanau ermöglicht es uns, insbesondere der steigenden Nachfrage in Europa gerecht zu werden.“

In den vergangenen Jahren verzeichnete Heraeus Precious Metals ein starkes Wachstum an seinen acht Recyclingstandorten weltweit. Die Erweiterung in Hanau ist Teil eines weltweiten Expansionsprogramms in Höhe von rund 300 Millionen Euro. (red)