FULDA / MKK

Impuls von Stefan Buß: Warum heißt der Weiße Sonntag eigentlich Weißer Sonntag?

Ich bin Stadtpfarrer Stefan Buß aus Fulda.
Foto: KN/Hendrik Urbin


Samstag, 06.04.2024

Normalerweise feiern viele Gemeinden am Weißen Sonntag die Erstkommunion der Kinder. Zum ersten Mal empfangen sie den Leib des Herrn in der Hl. Hostie. Weißer Sonntag – dieser Name leitet sich aus frühchristlicher Zeit ab.

 Der Ursprung des Brauches, auf dem der Name beruht, liegt um die Zeit des 4. bis 7. Jahrhunderts herum, in der die Taufbewerber nach einer Zeit der Vorbereitung das Sakrament der Taufe empfingen. Als Zeichen, dass sie in neuer Gemeinschaft mit Jesus leben, zogen sie weiße Gewänder an. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Galater: „Ihre alle, die ihr getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt!“ (Gal. 3,27). Es war Brauch, die Gewänder bis zum ersten Sonntag nach Ostern zu tragen – daher der Name. Erst danach wurden die weißen Kleider abgelegt. In der frühen Kirche wurden Erwachsene, in der Osternacht getauft und dort erhielten sie das weiße Kleid. Die Farbe Weiß bedeutet ja auch Reinheit und so sollte das weiße Gewand auf die Reinigung durch das Taufwasser hindeuten. 

Die Menschen damals wurden ja ganz unter das Wasser getaucht, so wie das Kinder schon mal in der Badewanne machen: Mit dem Untertauchen stirbt der alte Mensch und mit dem Auftauchen wird der Mensch in Christus neu geboren. Damals erhielten die Neugetauften auch gleich in der Osternacht die Eucharistie, die erste heilige Kommunion. Somit ist die Erstkommunion eine Erneuerung der Taufe. 

Die weißen Gewänder erinnern daran und die Kinder erneuern erstmalig bewusst ihr eignes Taufversprechen. Mögen alle Kinder, die am Weissen Sonntag oder in diesen Wochen zur Kommunion gehen, glaubwürdige Zeugen erfahren und das Jesus an ihrer Seite ist im Leben.