FULDA / MKK

Impuls von Stefan Buß: Wer war Thomas von Aquin?

Ich bin Stadtpfarrer Stefan Buß aus Fulda
Foto: Hendrik Urbin/KN
von STEFAN BUß


Mittwoch, 28.01.2026

Wer heute den Namen des Heiligen, dessen Gedenktag wir heute feiern, hört: Thomas von Aquin, denkt vielleicht an dicke Bücher, an schwierige Philosophie oder an eine Welt der Gelehrten. Doch Thomas von Aquin war nicht nur ein Denker — er war vor allem ein Suchender nach Gott, ein Mann des Gebets, ein Ordensbruder und ein Lehrer der Kirche.

Thomas wurde um das Jahr 1225 in Italien geboren, in eine adlige Familie. Seine Eltern hatten große Pläne mit ihm: Er sollte Abt werden, Macht und Ansehen gewinnen. Doch Thomas entschied sich anders. Er trat gegen den Willen seiner Familie in den Bettelorden der Dominikaner ein — einen Orden, der arm lebte, predigte und studierte. Schon darin zeigt sich: Thomas suchte nicht zuerst Ehre, sondern Wahrheit.

Und diese Wahrheit suchte er mit ganzem Herzen — mit dem Verstand und mit dem Glauben zugleich. Thomas war überzeugt: Der menschliche Verstand ist ein Geschenk Gottes. Und darum kann Denken niemals im Widerspruch zum Glauben stehen, wenn es ehrlich ist.

Er versuchte, den christlichen Glauben so zu durchdenken, dass Menschen ihn besser verstehen können. Seine berühmtesten Werke, etwa die Summa Theologiae, sind keine kalten Lehrbücher, sondern geistliche Wegweiser: Fragen nach Gott, nach dem Menschen, nach dem Guten, nach dem Sinn des Lebens.

Doch was sagt Thomas wirklich dem Menschen heute?


Thomas von Aquin erinnert uns heute daran: Christsein heißt nicht, den Verstand auszuschalten. Es heißt aber auch nicht, Gott in Theorien einzusperren. Christsein heißt, mit ganzem Herzen zu suchen — mit Geist, Seele und Verstand. Möge uns Thomas von Aquin darin Vorbild sein: in der Demut, im ehrlichen Fragen, im Vertrauen auf Gott und in der Liebe zur Wahrheit, die uns frei macht.