HANAU
Hanau: Warum das Gedenken zum sechsten Jahrestag des rassistischen Anschlags stiller ausfällt
Archivfoto: KN/Tobias Rehbein
Donnerstag, 15.01.2026
Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili-Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov wurden am 19. Februar 2020 in Hanau bei einem rassistischen Attentat ermordet.
In Absprache mit den Angehörigen der Opfer sollen die Gedenkveranstaltungen in diesem Jahr stiller und in einem etwas kleineren Rahmen ausfallen ...
„Das Gedenken an die Opfer des 19. Februar ist und bleibt ein fester Bestandteil unserer städtischen Verantwortung“, betont Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Er hat sich zusammen mit Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri und Stadträtin Isabelle Hemsley jetzt im Vorfeld mit Angehörigen der Opfer getroffen, um gemeinsam über die Form des diesjährigen Gedenkens zu sprechen und entsprechende Entscheidungen zu treffen.
Lichter und Kränze statt Worte
„Hanau erinnert selbstverständlich auch in diesem Jahr der Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 – allerdings in einem etwas kleineren Rahmen“, so der Rathauschef. „Wichtig ist uns aber vor allem, dieses Gedenken gemeinsam mit den Angehörigen zu gestalten und ihre Perspektiven und Wünsche dabei zu berücksichtigen.“
Im Mittelpunkt des sechsten Jahrestages steht ein öffentliches stilles Gedenken um 11 Uhr an den Tatorten. Vertreterinnen und Vertreter von Land und Stadt werden dort mit einer Kranzniederlegung an die Opfer erinnern. Bei diesem stillen Gedenken wird bewusst auf Reden verzichtet. Zur Tatzeit, am späten Abend, wird - wie in den vergangenen Jahren auch - am Heumarkt und am Kurt-Schumacher-Platz in Kesselstadt in Form eines Lichtkorridors den Opfern gedacht.
"Unser Engagement für das Gedenken wird fortbestehen"
Darüber hinaus werden zur
Erinnerung an die Opfer und aus Respekt vor ihren Angehörigen Kränze und
Gestecke an zahlreichen Orten niedergelegt. Dazu zählen in Hanau die
Gedenktafel am Hauptfriedhof sowie die Tatorte am Kurt-Schumacher-Platz,
am Heumarkt und am Kreuz für Vili-Viorel Paun. Weitere
Kranzniederlegungen erfolgen an den Gräbern der Opfer in Offenbach,
Dietzenbach sowie im Ausland, unter anderem in der Türkei, in Rumänien
und in Bulgarien.
„Unser Engagement für das Gedenken wird
fortbestehen. Die jährlichen Veranstaltungen zum 19. Februar werden in
angemessener Form fortgeführt, wobei wir bewusst unterschiedliche
Schwerpunkte setzen, um der Bedeutung dieses Tages gerecht zu werden“,
unterstreicht Oberbürgermeister Kaminsky den langfristigen Ansatz der
Stadt. „In fünfjährigen Abständen werden wir in besonderer Weise an die
Opfer erinnern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.“ (red/sh)