GELNHAUSEN
Bombenentschärfung in Gelnhausen: Sprengkörper entschärft - Zugverkehr rollt wieder
Foto: Stadt Gelnhausen
Freitag, 23.01.2026
Die in der vergangenen Woche im Zuge von Bauarbeiten der Deutschen Bahn und einer damit verbundenen gezielten Kampfmittelsuche entdeckte Bombe in einer Feldgemarkung bei Gelnhausen-Meerholz wurde am heutigen Freitag erfolgreich vom Leiter des Kampfmittelräumdienstes Hessen des Regierungspräsidiums Darmstadt, Alexander Majunke, entschärft.
Die beiden Zünder der 250-Kilogramm-Bombe wurden entschärft und das Kampfmittel abtransportiert. Die Evakuierung von über 600 Personen in Meerholz und der Einsatz, an dem über 140 Sicherheits- und Rettungskräfte beteiligt waren, verlief reibungslos.
Aufwendige Freilegung vor eigentlicher Entschärfung
Die knapp 4,5 Meter tief im Erdreich und im Grundwasserbereich liegende Bombe musste zunächst aufwendig für die Entschärfung freigelegt werden. Mehrere Brunnen mussten dazu am Fundort gebohrt werden, um dort das Grundwasser abzusenken und an den Blindgänger zu gelangen. Ein spezieller Saugbagger war zudem im Einsatz, um die Arbeiten zu unterstützen.
Am Freitagmorgen wurde das Kampfmittel freigelegt und konnte von Alexander Majunke, Leiter des Kampfmittelräumdienstes Hessen des Regierungspräsidiums Darmstadt, untersucht und entschärft werden. Der Experte teilte nach der Entschärfung mit, dass es sich um eine 250-Kilogramm-Bombe US-amerikanischer Bauart gehandelt habe.
Sicherheitsradius von circa 500 Metern um den Fundort eingerichtet
Aufgrund der Beschaffenheit der Bombe seien Anzeichen dafür zu erkennen, dass es sich bei dem Bombenabwurf um einen Notabwurf gehandelt haben könnte. Ein solcher wird von Piloten durchgeführt, um das Flugzeuggewicht in Notsituationen zu verringern.
Im Zuge der Entschärfung war am Freitagmorgen ab 8 Uhr ein Sicherheitsradius von 500 Metern um den Fundort eingerichtet worden. Über 600 Personen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Anliegerinnen und Anlieger waren vorab persönlich und schriftlich von der Stadt informiert worden. Außerdem hatte die Stadt ein Bürgertelefon eingerichtet, über das sich viele Bürgerinnen und Bürger informierten oder um Unterstützung baten.
Notunterkunft in Sport- und Kulturhalle Meerholz
Der Sicherheitsbereich konnte gegen 9:30 Uhr von der Polizei als vollständig evakuiert gemeldet werden. Die Landespolizei war am Morgen mit Durchsagen durch das Gebiet gefahren und hatte alle Haushalte überprüft. Ein Hubschrauber der Polizei überflog den Evakuierungsbereich noch einmal abschließend. Insgesamt verlief die Evakuierung ohne Zwischenfälle.
Die Bürgerinnen und Bürger waren angehalten worden, sich eigenständig Ausweichmöglichkeiten für die Zeit der Evakuierung zu suchen. Wer keine privaten Ausweichmöglichkeiten finden konnte, hatte die Möglichkeit, sich zur Notunterkunft in der Sport- und Kulturhalle Meerholz zu begeben. Rund 30 Personen nutzten das Angebot und wurden dort mit Essen und Getränken versorgt.
Haustiere in Notunterkunft nicht erlaubt
Für Personen, die keine private Unterstützung erhalten konnten und nicht selbstständig mobil genug waren, stand am Tag der Evakuierung ein Shuttlebus zur Verfügung. Dieser brachte Betroffene aus dem Evakuierungsbereich zur Sport- und Kulturhalle.
Haustiere sollten nicht mit in die Notunterkunft gebracht werden. Wer keine anderweitige Unterbringungsmöglichkeit für seine Haustiere hatte, für den wurden individuelle Lösungen von der Stadt gefunden. Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen waren von der Evakuierung nicht betroffen.
Nachdem gegen 10:30 Uhr der letzte Zug die Einsatzstelle passiert hatte, wurde die Bahnstrecke gesperrt. Im Anschluss begann der Kampfmittelräumdienst mit der Entschärfung der Bombe. Um 12:20 Uhr wurde die Bombe als entschärft gemeldet. Der Zugverkehr lief um 12:26 wieder an.
Bürgermeister Litzinger lobt reibungslose Entschärfung und Evakuierung
Bürgermeister Christian Litzinger dankte allen Beteiligten für die sehr gute Zusammenarbeit und das professionelle Vorgehen in dieser für Gelnhausen außergewöhnlichen Situation: Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelräumdienst, Stadtpolizei, Kräfte des Ordnungsbehördenbezirks Freigericht/Hasselroth sowie der Ordnungspolizei Gründau, Brand- und Katastrophenschutz des Main-Kinzig-Kreises, Rettungsdienste, DB-Notfallmanagement, Veterinäramt, Betriebshof und Stadtverwaltung.
„Alle haben in enger Abstimmung miteinander für eine reibungslose Evakuierung und Entschärfung gesorgt. Ich bin sehr erleichtert, dass keine Komplikationen aufgetreten sind. Die gründliche Vorbereitung hat sich ausgezahlt. Ein besonderer Dank geht an die Bürgerinnen und Bürgern, die mit viel Ruhe und Verständnis auf die außergewöhnliche Situation reagiert haben.“
Alle weiteren Informationen zur Bombenentschärfung in Meerholz findet Ihr bei den Kollegen auf GNZ.de. (red)