OFFENBACH / MAIN-KINZIG-KREIS / HANAU
Turbulentes Winterwetter: 58 Unfälle und unzählige festgefahrene Fahrzeuge
Fotos: Polizeipräsidium Südosthessen
Dienstag, 27.01.2026
Glatte und verschneite Straßen halten seit Sonntagabend die Einsatzkräfte auf Trab. Auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südosthessen waren seither dutzende Einsätze abzuarbeiten.
In vielen Fällen wurden laut Polizei Hilfeleistungen für festgefahrene oder querstehende Fahrzeuge erforderlich, die nicht mehr weiterkamen und teilweise Fahrbahnen blockierten. Der Großteil der Notrufe und Mitteilungen betraf jedoch Verkehrsunfälle.
Nachdem sich die Zahl der mutmaßlich schneebedingten Verkehrsunfälle bis zum gestrigen Morgen auf 20 belief (KINZIG.NEWS berichtete), summierte sich diese inzwischen auf aktuell 58 Unfälle im gesamten Zuständigkeitsbereich.
Auszug aus den bisherigen Vorkommnissen:
Am Montagmorgen gegen 6.30 Uhr verlor eine Autofahrerin auf der Bundesstraße 486 die Kontrolle über ihr Fahrzeug, geriet in den Gegenverkehr und kollidierte dort mit einem entgegenkommenden Caddy sowie einem Linienbus. Der Caddy wurde infolge des Aufpralls in die Leitplanke geschoben und anschließend gegen den Bus gedrückt. Der geschätzte Gesamtschaden beläuft sich auf über 22.000 Euro. Die mutmaßliche Unfallverursacherin erlitt leichte Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Nahezu zeitgleich kam in Sinntal zwischen Sterbfritz und Oberzell ein Streufahrzeug von der Fahrbahn ab, rutschte in einen Graben und kippte auf die Seite. Das geladene Streusalz verteilte sich dabei auf der Umgebung. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Etwa eine Stunde später kollidierte ein weiteres Winterdienstfahrzeug in der Rue de Conflans in Hanau mit mehreren geparkten Autos. Die Schadenshöhe steht noch nicht fest. Kurz darauf rutschte in Niederdorfelden ein Schulbus beim Abbiegen auf glatter Fahrbahn in den Zaun eines Sportgeländes. Auch hier wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand verletzt.
Autofahrerin verliert Kontrolle über Hyundai
Gegen Mittag verlor vermutlich aufgrund nicht angepasster
Geschwindigkeit eine Autofahrerin auf der Bundesstraße 276 zwischen
Brachttal und Wächtersbach die Kontrolle über ihren Hyundai, geriet ins
Schleudern und prallte mit einem Transporter zusammen. Die Frau zog sich
blutige Kopfverletzungen zu und kam in eine Klinik. Beide Fahrzeuge
mussten abgeschleppt werden, die Straße war für mehr als zwei Stunden
voll gesperrt.
Am Nachmittag wurden in Erlensee Jugendliche
gemeldet, die größere Schneehaufen von einer Brücke auf die Fahrbahn der
Landesstraße 3193 warfen. Schäden sind bislang nicht bekannt geworden,
die Verantwortlichen konnten vor Ort nicht mehr angetroffen werden. Gegen
14.45 Uhr kollidierte in der Hanauer Rochusstraße ein Linienbus mit
einem Wohnhaus. Auch hier blieb es nach derzeitigem Stand bei
Sachschaden.
Kurz nach 17 Uhr stürzte auf der Landesstraße 3405
zwischen Offenbach und Heusenstamm ein Baum auf ein Auto, so die
Meldung. Die Fahrerin blieb offenbar unverletzt. Als mögliche Ursache
wird Schneelast angenommen. Die Feuerwehr beseitigte den Baum, sodass
die Fahrbahn kurz darauf wieder freigegeben werden konnte.
Fahrzeuge mit Schnee- und Eisbrocken beworfen
Ebenfalls
um diese Uhrzeit wurden im Bereich des sogenannten Omega-Tunnels in
Obertshausen Jugendliche beziehungsweise Kinder gemeldet, die Schnee-
und Eisbrocken auf durchfahrende Fahrzeuge warfen. Auch in diesem Fall
kam es nach bisherigen Erkenntnissen zu keinen Schäden.
In der
Nacht zu Dienstag kam ein 44-jähriger Mercedes-Fahrer gegen 2.20 Uhr auf
der Landesstraße 3117 bei Rodgau in einer Kurve an der Abzweigung zur
Udenhoutstraße von der Fahrbahn ab und stürzte mit seiner C-Klasse auf
die Seite. Der Mann stand unter Alkoholeinfluss; ein Atemalkoholtest
ergab 1,84 Promille. Eine Blutentnahme wurde angeordnet.
Derzeit sei laut Polizei eine Entspannung der Lage festzustellen. Das witterungsbedingte Einsatzaufkommen gehe spürbar zurück. (red)