GELNHAUSEN / SCHLÜCHTERN
Warum die Main-Kinzig-Kliniken bei Knochenbrüchen auf Künstliche Intelligenz setzen
Quelle: RBfracture™-by-Radiobotics
Donnerstag, 29.01.2026
Kann die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) Prozesse in Krankenhäusern beschleunigen und automatisieren? "Ja", heißt es aus den Main-Kinzig-Kliniken ...
Die Main-Kinzig-Kliniken haben eine moderne, KI-gestützte Software zur automatisierten Erkennung von Knochenbrüchen (Frakturen) und Gelenkverrenkungen (Luxationen) eingeführt. Das neue System analysiert seit Kurzem jede Röntgenaufnahme des Skeletts innerhalb von nur zwei bis drei Minuten nach ihrer Erstellung und markiert verdächtige Bereiche direkt im Bild.
"Schnellere Ersteinschätzung in der Notaufnahme"
„Mit der Einführung der KI-gestützten Frakturerkennung gehen wir einen wichtigen Schritt, um die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern. Die Technologie ermöglicht schnellere erste Einschätzungen und unterstützt unsere Teams in der Notaufnahme – ohne die ärztliche Expertise zu ersetzen. Wir investieren damit bewusst in moderne, sichere und zukunftsorientierte Medizin“, sagt Christian Quack, Geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken.
Mit jährlich über 30.000 angefertigten Röntgenaufnahmen von Knochen an beiden Standorten bedeute die neue Software einen spürbaren Fortschritt für Patientensicherheit und Arbeitsabläufe in der Notfallversorgung.
"KI als Ergänzung – aber kein Ersatz für die ärztliche Diagnose"
Die Software erkenne potenzielle Frakturen mit hoher Sensitivität, übersehe also vergleichsweise wenige mögliche Verletzungen. Gleichzeitig sei die Spezifität noch begrenzt, sodass manche auffälligen Befunde sich im Nachgang nicht als Brüche herausstellen würden.
„Die KI bietet uns einen wertvollen zusätzlichen Blick auf jede Röntgenaufnahme. Sie erkennt mögliche Frakturen sehr zuverlässig und hilft dabei, auch kleinste oder schwer sichtbare Verletzungen frühzeitig zu identifizieren. Gleichzeitig bleibt klar: Die abschließende Diagnose trifft immer der erfahrene Radiologe. Die Kombination aus modernster Technik und fachärztlicher Expertise erhöht die Sicherheit für unsere Patientinnen und Patienten deutlich“, erklärt PD Dr. med. Markus Zimmermann, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.
Mehr Geschwindigkeit in der Notaufnahme
Durch die KI liege den behandelnden Ärztinnen und Ärzten in der Notaufnahme bereits kurz nach der Untersuchung ein erster Hinweis auf mögliche Verletzungen vor. Während die Radiologie parallel eine Vielzahl anderer Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen bearbeite, unterstütze die Software somit die schnelle Ersteinschätzung – ein Vorteil für Patienten und Personal. (red)