FULDA / MKK
Impuls von Stefan Buß: Hrabanus Maurus – Lehrer des Glaubens und Hirte der Kirche
Foto: Hendrik Urbin/KN
Mittwoch, 04.02.2026
Heute wollen wir auf das Leben eines Mannes schauen, der uns auf besondere Weise zeigt, wie Glaube, Wissen und Dienst am Menschen zusammengehören: den heiligen Hrabanus Maurus.
Hrabanus wurde um das Jahr 780 geboren und trat schon als junger Mensch in das Kloster Fulda ein. Fulda war damals nicht nur ein Ort des Gebets, sondern ein Zentrum der Bildung und der geistlichen Erneuerung im Frankenreich. Hier wuchs Hrabanus heran, hier lernte er, hier betete er — und hier wurde der Grund gelegt für sein ganzes Wirken.
Er wurde Schüler des großen Gelehrten Alkuin in Tours und brachte von dort eine tiefe Liebe zur Heiligen Schrift, zur Theologie und zur Bildung mit zurück. Doch Hrabanus blieb nicht im Elfenbeinturm des Wissens. Er verstand Bildung nicht als Selbstzweck, sondern als Dienst: Dienst an Gott und Dienst an den Menschen.
So wurde er Lehrer, dann Abt von Fulda und schließlich Erzbischof von Mainz. Man nannte ihn später „Praeceptor Germaniae“, den Lehrer Deutschlands. Unzählige Bücher, Bibelauslegungen, Predigten und Lehrschriften stammen von ihm. Doch wichtiger als all diese Texte war seine Haltung: Er wollte helfen, dass Menschen Gott besser verstehen — und dadurch besser leben können.
Hrabanus zeigt uns: Glaube braucht Verstand. Verstand braucht Demut. Demut braucht Liebe.
Er war ein Mann des Gebets und ein Mann der Tat. Als Hirte kümmerte er sich um Arme und Notleidende, ermahnte die Mächtigen zur Gerechtigkeit und stärkte die Schwachen. In einer Zeit politischer Unruhe blieb er ein Anwalt des Friedens und der Ordnung, gegründet auf dem Evangelium.
Für Fulda ist Hrabanus Maurus bis heute eine prägende Gestalt. Das Kloster wurde durch ihn zu einem geistigen Mittelpunkt Europas. Aber noch wichtiger: Fulda wurde durch ihn ein Ort, an dem Menschen lernten, dass wahre Größe nicht im Herrschen liegt, sondern im Dienen.
Was kann uns Hrabanus Maurus uns heute sagen?
In einer Zeit, in der Wissen allgegenwärtig ist, aber Weisheit oft fehlt, erinnert er uns daran: Bildung ohne Liebe wird kalt. Glaube ohne Verstehen wird eng. Und Frömmigkeit ohne Verantwortung wird leer.
Er lädt uns ein, Herz und Kopf zusammenzuhalten, Gott zu suchen — und den Menschen zu dienen. Bitten wir Gott, dass auch wir — nach dem Vorbild des heiligen Hrabanus Maurus — offen bleiben für sein Wort, bereit zum Lernen, mutig im Glauben und treu im Dienst an unseren Mitmenschen.