HANAU

Gut gerüstet für den Ernstfall? So will Hanau den Bevölkerungsschutz stärken

Treffen auf der Hanauer Feuerwache: Die kreisfreie Stadt Hanau hat auf der Willkommensveranstaltung der neu gegründeten Unteren Katastrophenschutzbehörde Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Hilfsorganisationen zusammengebracht.
Fotos: Stadt Hanau/Moritz Göbel


Dienstag, 03.02.2026

Die Untere Katastrophenschutzbehörde hat in Hanau ihre Arbeit aufgenommen.

„Wir senden heute ein klares Signal: Wir werden dank der neuen Unteren Katastrophenschutzbehörde auch in Zukunft auf besondere Lagen schnell und koordiniert reagieren können, um die Menschen in unserer Stadt bestmöglich zu schützen“, sagte Stadträtin Isabelle Hemsley auf der Willkommensveranstaltung der neu gegründeten Behörde.

Neu wegen Kreisfreiheit


Seit dem 1. Januar verantwortet Hanau als nunmehr kreisfreie Stadt entsprechende Zuständigkeiten und Abläufe als Auftragsangelegenheit des Landes Hessen. Ziel des Treffens war es, mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren einen gemeinsamen Start für die Zusammenarbeit zu markieren und gleichzeitig die künftige Ausrichtung des Katastrophenschutzes in der Brüder-Grimm-Stadt zu skizzieren.

Dabei präsentierten sich sowohl der zuständige Verwaltungsstab der Stadt Hanau als auch die eingebundenen Katastrophenschutzeinheiten. Dazu gehören der Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe und die Feuerwehr Hanau mit ihren Kompetenzen.

"Ein leistungsfähiger Katastrophenschutz funktioniert nur gemeinsam"


„Ich freue mich über den regen Austausch, der heute stattgefunden hat, denn ein leistungsfähiger Katastrophenschutz funktioniert nur gemeinsam“, betonte Sean Heesch, stellvertretender Leiter des Amtes für Brand- und Bevölkerungsschutz der Stadt Hanau, „ob hauptamtliche Einsatzkräfte oder ehrenamtlich Engagierte: das enge, vertrauensvolle Zusammenspiel aller Beteiligten ist die Grundlage dafür, im Ernstfall ebenso zügig wie entschlossen für die Sicherheit unserer Bevölkerung zu sorgen.“

„Wir werden dank der neuen Unteren Katastrophenschutzbehörde auch in Zukunft auf besondere Lagen schnell und koordiniert reagieren können, um die Menschen in unserer Stadt bestmöglich zu schützen“, sagte Stadträtin Isabelle Hemsley.

Die Neugründung der Unteren Katastrophenschutzbehörde baut auf den Strukturen des städtischen Krisenmanagements auf, das sich bereits bei Großbränden sowie in außergewöhnlichen Lagen wie dem Anschlag vom 19. Februar 2020 und der Covid-Pandemie bewährt hat. Auch die Aufnahme und Versorgung von Geflüchteten, die zunehmende Zahl von Extremwetterereignissen infolge des Klimawandels sowie zahlreiche Kampfmittelfunde stellten in den vergangenen Jahren immer wieder hohe Anforderungen an Verwaltung und Einsatzkräfte. Diese wurden stets professionell, umsichtig und bürgernah bewältigt und kommuniziert.

"Sicherheit der Bürger hat jederzeit oberste Priorität"


„Hanaus Bürgerinnen und Bürger können darauf vertrauen, dass auch in außergewöhnlichen Situationen ihre Sicherheit jederzeit oberste Priorität hat. Das Krisenmanagement der Stadt Hanau steht für besonnenes und entschlossenes Handeln, ohne unnötige Ängste zu schüren oder in Alarmismus zu verfallen. Stattdessen, und das hat der Tag heute wieder gezeigt, legen wir großen Wert auf eine professionelle Zusammenarbeit, die fortlaufende Optimierung unserer Strukturen und vor allem eine gute Vorbereitung“, sagt Stadträtin Isabelle Hemsley, die außerdem alle ehrenamtlichen Kräfte der Hilfsorganisationen herzlich in der neuen Hanauer Zuständigkeit willkommen hieß.

Im Rahmen der Vorbereitung auf die Kreisfreiheit hat die Stadt Hanau, basierend auf den bereits gewonnenen Erfahrungen sowie Sonderschutzplänen des Landes Hessen, frühzeitig erste Maßnahmen ergriffen, um auch in Zukunft auf außergewöhnliche Ereignisse und Krisensituationen vorbereitet zu sein. Als Grundlage dafür dienen unter anderem die Regelungen des Hessischen Gesetzes über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (HBKG) sowie die Hessische Gemeindeordnung (HGO) und das Katastrophenschutz-Konzept des Landes Hessen. Diese Planungen bilden ein tragfähiges Fundament für die Weiterentwicklung des Krisen- und Katastrophenschutzes.

Zudem erfordern aktuelle geopolitische, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen wie die Folgen des Angriffskrieges gegen die Ukraine, wachsende Cyberbedrohungen und mögliche großflächige Stromausfälle neue organisatorische und rechtliche Rahmenstrukturen. (red)