DEUTSCHLAND

Spätes Ja-Wort: Immer weniger Deutsche sind verheiratet

In Deutschland ist nur noch jeder zweite verheiratet.
Symbolbild: Pexels/pixabay
von Redaktion Kinzig News


Samstag, 07.02.2026

Die klassische Ehe verliert an Bedeutung: In Deutschland ist inzwischen nur noch etwa jeder Zweite verheiratet. Das zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes – und die verraten noch mehr über den großen Wandel der Liebe.

Vor 30 Jahren sah das noch ganz anders aus: Damals waren rund 60 Prozent der Menschen verheiratet. Heute lassen sich viele deutlich mehr Zeit bis zum Traualtar. Besonders auffällig: Den höchsten Anteil an Verheirateten gibt es inzwischen bei den 65- bis 69-Jährigen – dort leben rund zwei Drittel in einer Ehe oder eingetragenen Partnerschaft.

Heiraten? Erst mal Karriere, Leben, Freiheit

Die Deutschen schieben das Ja-Wort immer weiter nach hinten. 2024 heirateten Frauen im Schnitt erst mit 33 Jahren, Männer sogar mit 35. Vor 30 Jahren lag das Durchschnittsalter noch rund sechs Jahre niedriger. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 349.200 Ehen geschlossen.

Doch wer heiratet, bleibt offenbar länger zusammen. Scheidungen passieren heute deutlich später als früher: 2024 waren Frauen im Schnitt 45 Jahre alt, Männer 48, wenn ihre Ehe zerbrach. Vor 30 Jahren lag das Scheidungsalter noch bei 37 beziehungsweise 39 Jahren. Auch die Dauer bis zur Trennung ist gestiegen – von durchschnittlich 12 auf 15 Jahre. Insgesamt wurden 2024 rund 129.300 Ehen geschieden.

Deutschland liegt über dem Europa-Schnitt

Im europäischen Vergleich stehen die Deutschen gar nicht so schlecht da: Hier wird noch etwas häufiger geheiratet als im Durchschnitt der Europäischen Union. Besonders hoch ist die Heiratslust in Rumänien, Lettland und Ungarn. Schlusslichter sind Bulgarien, Italien und Slowenien.

Fazit: Weniger Paare trauen sich – aber wenn sie es tun, hält die Liebe länger.