FRANKFURT AM MAIN

Frankfurt: Welches totgeglaubte Mega-Hotel wieder zum Leben erweckt werden soll

Skyline von Frankfurt am Main.
Foto: Pixabay/Leonhard_Niederwimmer
von Redaktion Kinzig News


Mittwoch, 11.02.2026

Nach drei Jahren Stillstand kehrt Leben in eines der markantesten Hochhäuser am Frankfurter Mainufer zurück: Das ehemalige InterContinental, einst das größte Hotel Deutschlands, soll umfassend saniert und innerhalb der nächsten zwei Jahre wiedereröffnet werden.

Seit der Schließung im Jahr 2021 glich der einstige Prachtbau an der Wilhelm-Leuschner-Straße einer verwaisten Hülle. Wo über Jahrzehnte internationaler Luxus zelebriert worden war, herrschte zuletzt gähnende Leere, nachdem das gesamte Inventar – von den Möbeln bis zum Tafelsilber – im Internet versteigert worden war. Doch die Phase des Leerstands endet nun. Wie die FAZ berichtet, plant der Eigentümer Aroundtown eine großangelegte Revitalisierung des traditionsreichen Hauses.

Ein Haus der Superlative und Prominenz

Als das InterContinental 1963 seine Pforten öffnete, setzte es Maßstäbe: Gemessen an der Zimmeranzahl war es das größte Hotel der Bundesrepublik und blieb fast 60 Jahre lang eine der ersten Adressen in Frankfurt. Auf 21 Stockwerken verteilten sich zuletzt 467 Zimmer. Die Gästeliste des Hauses liest sich wie ein Geschichtsbuch; so stieg hier unter anderem Box-Legende Muhammad Ali ab, während in den weitläufigen Sälen internationale Konferenzen das politische Geschehen prägten.

Auch in der deutschen Fernsehlandschaft hinterließ das „Interconti“ bleibende Eindrücke. Ein Zimmer des Hotels diente als Kulisse für die Kanzlei von Dr. Renz in der Kult-Serie „Ein Fall für zwei“. Später nutzten TV-Produktionen wie „Deutschland sucht den Superstar“ die Räumlichkeiten für Castings. Doch die Geschichte des Hauses kennt auch Schattenseiten: Im Dezember 2015 sorgte ein erschütterndes Verbrechen für Schlagzeilen, als eine Frau im Rahmen eines Exorzismus-Rituals in Zimmer 433 zu Tode gefoltert wurde.

Sanierung ohne die großen Anbauten

Die nun angekündigten Pläne des Immobilienunternehmens Aroundtown fallen bescheidener aus als ursprünglich gedacht. Frühere Konzepte sahen massive Erweiterungen vor, darunter zwei bis zu siebengeschossige Anbauten, die Platz für Büros, einen Ballsaal, eine Kindertagesstätte und sogar Wohnungen mit Sozialbindung bieten sollten. Auch eine begrünte Dachterrasse mit Pool war im Gespräch.

Von diesen Plänen nimmt der Eigentümer vorerst Abstand. Die anstehende Renovierung konzentriert sich auf das bestehende Hochhaus. Ziel ist es, den Hotelbetrieb in dem traditionsreichen Gebäude zeitnah wieder aufzunehmen. Wer das Hotel künftig unter welchem Namen betreiben wird, steht aktuell bisher nicht fest. 

Das Frankfurter Bahnhofsviertel gewinnt damit jedoch pünktlich zum zweijährigen Sanierungsziel ein zentrales Stück seiner architektonischen Identität zurück. (red)