MAINTAL
Was bunte Mülltonnen mit der Kommunalwahl zu tun haben
Foto: Stadt Maintal
Mittwoch, 25.02.2026
Mit einer außergewöhnlichen Kunstaktion macht die Stadt Maintal derzeit auf die bevorstehenden Kommunalwahlen am 15. März aufmerksam: Neun individuell gestaltete Wahltonnen sollen in den Stadtteilen den gesellschaftlichen Diskurs fördern und die Bürger an die Wahlurnen motivieren.
Was normalerweise als schlichter grauer Behälter in den Wahllokalen steht, hat sich in den letzten Tagen in farbenfrohe Kunstobjekte verwandelt. Zehn lokale Künstler und mehr als 30 Schüler haben die Wahltonnen im Rahmen des Projekts „Kunst für Demokratie“ auf unterschiedlichste Weise bearbeitet.
Vom Bembel bis zum Gummistiefel: Symbole der Entfaltung
Wie die Stadt Maintal in einer aktuellen Mitteilung bekannt gab, dient die Aktion dazu, die ästhetische Erfahrung von Kunst mit dem politischen Diskurs zu verknüpfen. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und über die Bedeutung freier Wahlen ins Gespräch zu kommen, noch bevor der eigentliche Wahltag gekommen ist.
Die Motive auf den Tonnen sind dabei so vielfältig wie die Beteiligten selbst. Eine der Urnen präsentiert sich als überdimensionaler Bembel und mahnt in fehlerfreiem Dialekt: „Bevor isch misch uffresch, geh isch lieber wählen“. Eine andere zeigt einen Vogel, der pflichtbewusst seinen Briefwahlumschlag zur Post bringt.
Jugendliche üben den politischen Diskurs
Besonders symbolträchtig wirkt eine von Grundschülern gestaltete Tonne, aus der ein Gummistiefel mit einer wachsenden Pflanze ragt – eine Metapher für die Idee, dass sich der Einzelne nur in einer funktionierenden Demokratie wirklich frei entfalten kann. Unterstützt wurde die Umsetzung der einzigartigen Objekte durch die ortsansässige Firma Spahn.
Hinter den bunten Fassaden steckt eine tiefere pädagogische Auseinandersetzung. Schüler der siebten und achten Klassen sowie der Intensivklassen der Erich Kästner-Schule und Kinder aus dem Hort der Wilhelm-Busch-Schule haben sich nicht nur künstlerisch, sondern auch inhaltlich mit dem Thema Wahlen beschäftigt. Die Initiatoren des Fachbereichs Bürgerschaftliches Engagement betonen, dass Projekte dieser Art unterschiedliche Perspektiven zusammenführen. Die Kunst dient hierbei als idealer Eisbrecher: Ein Gespräch mag bei der Farbgebung einer Tonne beginnen und mündet im zweiten Schritt in den Austausch über politische Einstellungen.
Kampagne für eine höhere Wahlbeteiligung
Das Projekt ist Teil einer breiteren städtischen Kampagne zur Steigerung der Wahlbeteiligung am 15. März. Getragen wird die Initiative von einem Netzwerk aus der Freiwilligenagentur, der Integrationsbeauftragten sowie den Fachdiensten für Jugendarbeit und Kulturelle Bildung. Flankiert wird die Aktion im digitalen Raum durch Videobeiträge auf den Social-Media-Kanälen der Stadt.
Am Wahltag selbst kommen aus Neutralitätsgründen zwar die Standard-Behälter als offizielle Urnen zum Einsatz, doch die Hoffnung der Organisatoren bleibt, dass die Bürger die Wahltonnen künftig bewusster als Symbol für ihre eigene Stimme und die demokratische Freiheit wahrnehmen. (red)