FULDA / MKK
Impuls von Stefan Buß: "Erinnere dich, wer du bist" - "Der König der Löwen"
Foto: Hendrik Urbin/KN
Mittwoch, 04.03.2026
Kaum ein Film hat Generationen so berührt wie Der König der Löwen. Es ist eine Geschichte von Verlust und Schuld, von Flucht und Neuanfang – und vor allem von Berufung. Eine Geschichte, die uns auch heute etwas über unser Leben und unseren Glauben zu sagen hat.
Simba ist der rechtmäßige König. Doch nach dem Tod seines Vaters glaubt er, schuldig zu sein. Er flieht. Weg von seiner Verantwortung, weg von seiner Identität.
„Hakuna Matata“ – keine Sorgen – wird zu seiner Lebensphilosophie.
Wie oft machen wir es ähnlich?
Wenn Schuld uns belastet, wenn wir versagt haben, wenn Erwartungen zu groß werden, dann fliehen wir. Wir verdrängen. Wir lenken uns ab. Wir sagen uns: Es ist doch alles gar nicht so schlimm.
Doch die Vergangenheit lässt sich nicht einfach abschütteln. Sie bleibt Teil unserer Geschichte.
Die Bibel kennt das gut: Adam versteckt sich, Mose flieht, Petrus verleugnet. Flucht ist menschlich – aber sie ist nicht das Ende.
Der Affe Rafiki sagt zu Simba einen entscheidenden Satz:
„Oh ja, die Vergangenheit kann wehtun. Aber du kannst entweder vor ihr davonlaufen oder von ihr lernen.“
Das ist zutiefst biblisch. Gott löscht unsere Vergangenheit nicht aus – aber er kann sie verwandeln. Schuld wird nicht geleugnet, sondern vergeben. Scheitern wird nicht verharmlost, sondern erneuert. Nicht, weil nichts passiert wäre – sondern weil Gott Neues daraus macht.
Der Wendepunkt kommt, als Simba seinem Vater im Himmel begegnet:
„Du hast vergessen, wer du bist.“ Diese Worte gelten auch uns.
Wir vergessen, dass wir mehr sind als unsere Fehler.
Mehr als unsere Angst.
Mehr als das, was andere über uns sagen – oder wir selbst.
In der Taufe sagt Gott zu jedem von uns: Du bist mein geliebtes Kind.
Unsere Identität liegt nicht in unserer Leistung, sondern in Gottes Zusage.
Simba kehrt zurück. Nicht, weil er perfekt ist, sondern weil er sich erinnert hat, wer er ist. Er stellt sich Scar – dem Bösen, der Zerstörung, der Lüge – und übernimmt Verantwortung.
Christlicher Glaube ist kein „Hakuna Matata“.