GELNHAUSEN
Moderne Tunneltechnik unter der Bahn: So wird die Wasserinfrastruktur zukunftsfest gemacht
Foto: Kreiswerke Main-Kinzig GmbH
Montag, 02.03.2026
Die Kreiswerke Main-Kinzig haben westlich von Meerholz eine neue Querung für eine Wasserleitung unter der Bahntrasse Hanau – Gelnhausen eingebaut.
Die Arbeiten sind Teil des viergleisigen Ausbaus der Strecke, die wiederum zur zentralen Verkehrsachse "Mannheim – geplanter Fernbahntunnel Frankfurt – Fulda – Erfurt" gehört. Dieses Großprojekt wirke laut DB-Vorstand Berthold Huber „weit über die Region hinaus“. Für die Menschen im Main-Kinzig-Kreis bedeutet es zugleich: Eine moderne und zukunftsfähige Trinkwasserleitung liegt nun sicher unter der erweiterten Bahntrasse.
"Versorgungssicherheit geht vor"
In Verbindung mit dem Ausbau der Deutschen Bahn wurde jetzt eine bestehende Wasserquerung ersetzt, deren Zustand nicht eindeutig zu beurteilen war und die unter aktiven Gleisen lag. „Versorgungssicherheit geht vor – besonders, wenn Großbaustellen wie diese in unmittelbarer Nähe von Leitungen liegen“, so Boris Lotz, zuständiger Projektleiter von den Kreiswerken Main-Kinzig. „Die alte Querung unter den Gleisen zu öffnen, wäre technisch wie sicherheitstechnisch nicht vertretbar gewesen.“
Moderne Tunneltechnik unter der Bahn
Die neue Gleisquerung wurde im so genannten Mikrotunneling-Verfahren gebaut – einem grabenlosen und besonders sicheren Verfahren, das sich für sensible Bereiche wie Bahntrassen besonders gut eignet. Unterirdisch wurde ein Beton-Schutzrohr mit einem Innendurchmesser von 60 Zentimetern in rund 3,50 Metern Tiefe hydraulisch vorgetrieben. Künftig bietet es geschützten Raum für die Wasserleitung und ermöglicht einen sicheren Betrieb über Jahrzehnte hinweg. Zwei Baugruben dienten als Start- und Zielpunkte.
Das Grundwasser lag bereits 1,50 Meter unter Geländeoberkante, sodass umfangreiche Maßnahmen zur Grundwasserhaltung nötig waren. Dennoch erwiesen sich die Bodenverhältnisse als Vorteil: Über die gesamte Strecke dominierte sandiges Material, was die Arbeiten erleichterte.
Querung schneller fertig als geplant
Der Zeitplan sah ursprünglich Arbeiten über 14 Tage vor. Dank der günstigen Rahmenbedingungen konnte die eigentliche Querung jedoch in nur fünf Tagen fertiggestellt werden. Die verbleibenden Anschlussarbeiten und der Rückbau der Baugruben dauern noch an. Der Bahnverkehr lief durchgehend ungestört weiter.
„Wir freuen uns über den reibungslosen Baufortschritt und darüber, dass wir unsere Arbeiten ohne Auswirkungen auf den Bahnverkehr durchführen konnten“, betont Stefan Gerlach, Technische Führungskraft für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung Wasser bei den Kreiswerken. „Das Team hat hier eine starke Leistung gezeigt.“
Mit der neuen Querung legen die Kreiswerke die Grundlage für eine zuverlässige Wasserversorgung über viele Jahrzehnte hinweg. Gleichzeitig unterstützen sie eines der bedeutendsten Schienenprojekte Deutschlands.
„Wir arbeiten im Hintergrund dafür, dass die Menschen hier verlässlich mit Wasser versorgt werden – selbst dann, wenn wenige Meter darüber ein historischer Bahnausbau stattfindet“, unterstreicht Stefan Gerlach. (red)