OFFENBACH/STUTTGART
Rassismus-Eklat in der Regionalliga: Wie sich die Offenbacher Kickers äußern
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Montag, 02.03.2026
Nach dem Duell zwischen den Stuttgarter Kickers und Kickers Offenbach wird der sportliche Ausgang von einem schweren Zwischenfall überschattet: Einzelne Zuschauer beleidigten den Stuttgarter Spieler Melkamu Frauendorf rassistisch, was nun eine gemeinsame Welle der Empörung beider Vereine auslöst.
Die Szenen spielten sich unmittelbar nach dem Abpfiff der Regionalliga-Partie in Offenbach ab. Von der Tribüne aus richteten einzelne Personen üble rassistische Beschimpfungen gegen den Stuttgarter Akteur Melkamu Frauendorf. Der Vorfall wurde noch im Stadion gemeldet und wird aktuell einer detaillierten Prüfung unterzogen.
Solidarität nach Schock-Momenten auf der Tribüne
In einer gemeinsamen Stellungnahme der Stuttgarter Kickers und Kickers Offenbach, aus der das Ausmaß der Vorfälle hervorgeht, positionieren sich beide Traditionsvereine unmissverständlich gegen jede Form von Diskriminierung. Stuttgarts Präsident Prof. Dr. Rainer Lorz zeigte sich zutiefst betroffen von den Ereignissen auf dem Rasen.
Er betonte, dass der Verein geschockt über die Intensität der Beleidigungen sei und stellte klar, dass rassistische Anfeindungen auf keinem Fußballplatz der Welt eine Existenzberechtigung haben. Der betroffene Spieler Melkamu Frauendorf könne sich indes der vollen Unterstützung der gesamten Kickers-Familie sicher sein, während der Verein den Vorfall auf das Schärfste verurteilt.
Klare Kante gegen Einzeltäter in Offenbach
Auch aufseiten der Gastgeber herrscht Fassungslosigkeit über das Verhalten im Zuschauerblock. OFC-Präsident Joachim Wagner bezeichnete es als extrem bedauerlich, dass die Entgleisungen von ein bis zwei Einzelpersonen das Gesamtbild des Spieltags trüben. Er unterstrich, dass Kickers Offenbach für Fairness, Respekt und Vielfalt stehe und diese Werte durch nichts zu rechtfertigen seien.
Der Verein stehe solidarisch an der Seite von Frauendorf und weise darauf hin, dass Herkunft, Hautfarbe oder Religion im Sport niemals eine Rolle spielen dürften. Stuttgarts Trainer Marco Wildersinn betonte auf der anschließenden Pressekonferenz, dass der Vorfall sicher "nichts mit dem Verein Kickers Offenbach" zu tun hatte. "Aber es zeigt, dass es einfach zu viele dumme Leute gibt", so der Fußballlehrer.
Ein gemeinsames Signal für die Werte des Sports
Die beiden Vereine kündigten an, bezüglich der Aufarbeitung des Vorfalls in engem Austausch zu bleiben. Das Ziel ist eine klare Haltung, die über den Stadionrand hinausreicht: Fußball lebt von der Gemeinschaft, und für Rassismus darf weder im Stadion noch in der Gesellschaft Platz sein.
Beide Klubs machten deutlich, dass sie rassistisches Verhalten als eklatanten Widerspruch zu den Grundwerten des Fußballs betrachten und konsequent für ein tolerantes Miteinander auf den Tribünen eintreten werden. (red)