VIERNHEIM

Krasser Lottogewinn wartet seit Jahren auf Besitzer: Wie Hesse jetzt gefunden werden soll

Lottogewinner aus Südhessen gesucht. (Symbolfoto)
Foto: Pixabay/Hermann
von Redaktion Kinzig News


Dienstag, 03.03.2026

Ein Lottospieler aus dem südhessischen Viernheim hat vor drei Jahren über 300.000 Euro beim Eurojackpot gewonnen, doch das Geld liegt bis heute unberührt auf den Konten der Lotteriegesellschaft. Nun startet Lotto Hessen eine großangelegte Suchaktion im gesamten Kreis Bergstraße, um den rechtmäßigen Besitzer der sechsstelligen Summe doch noch zu finden.

Es ist ein Szenario, das wie ein moderner Mythos klingt: Jemand besitzt ein Stück Papier, das exakt 304.888,80 Euro wert ist, und weiß vermutlich nichts davon. Am 10. März 2023 tippte eine unbekannte Person in einer Verkaufsstelle in Viernheim die Zahlen 6, 17, 22, 39 und 46 sowie die Eurozahl 12. Dieser Volltreffer in der zweithöchsten Gewinnklasse der europäischen Lotterie Eurojackpot blieb jedoch ohne Reaktion. Martin Blach, Sprecher der Geschäftsführung von LOTTO Hessen, bezeichnet das Ausbleiben einer Meldung bei einer solch hohen Summe als „sehr ungewöhnlich“.

"Fahndungsplakate" in 90 Verkaufsstellen

Da der Tipp ohne Kundenkarte oder Registrierung abgegeben wurde, hat die Lotteriegesellschaft keine Möglichkeit, den Gewinner direkt zu kontaktieren. Wie das Portal Viernheim Online berichtet, hängen deshalb seit dieser Woche auffällige Plakate in allen 90 Lottoverkaufsstellen des Kreises Bergstraße aus. Unter dem Schriftzug „Gesucht“ werden die Kunden an das Datum und die Gewinnzahlen erinnert, in der Hoffnung, dass die entscheidende Spielquittung doch noch in einer Schublade oder einem Portemonnaie auftaucht.

Bereits vor einem Jahr konzentrierte sich die Suche lokal auf Viernheim, nun wurde der Radius auf den gesamten Landkreis ausgeweitet. Die Verantwortlichen setzen darauf, dass mediale Aufmerksamkeit und die Plakatierung vor Ort das Gedächtnis des glücklichen Tippgebers auffrischen. „Ich hoffe immer noch, dass bald jemand bei uns auf der Matte steht“, zeigt sich Martin Blach optimistisch und verweist darauf, dass manche Funde eben Zeit bräuchten – etwa im Handschuhfach eines Autos.

Glücksfunde zwischen Garderobe und Übergangsjacke

Dass solche Millionengewinne tatsächlich monatelang unentdeckt bleiben können, zeigt ein Beispiel aus dem Jahr 2025. Damals fand ein Familienvater aus dem Rhein-Main-Gebiet einen Jackpot von über 15,3 Millionen Euro erst nach einem halben Jahr. Die wertvolle Quittung hatte die gesamte Zeit über in der Innentasche einer Übergangsjacke in der heimischen Garderobe gesteckt. Solche Geschichten machen den Fahndern im Fall Viernheim Mut, dass der höchste bisher nicht beanspruchte Gewinn in Hessen doch noch seinen Empfänger findet.

Sollte sich die Person jedoch weiterhin nicht melden, droht das Geld dauerhaft verloren zu gehen. Die gesetzliche Frist endet am 31. Dezember 2026. Verstreicht dieser Termin, verfällt der Anspruch endgültig, und die Summe fließt in den Topf für Sonderauslosungen zurück. Bis dahin bleibt die Spielquittung aus Viernheim das wertvollste Stück Papier Südhessens, dessen Besitzer nur eines tun müsste: es endlich vorzeigen. (red)