FRANKFURT AM MAIN / TAUNUSSTEIN / NIEDERLANDE

Nach Spengstoff-Explosionen im Rhein-Main-Gebiet: 20-Jähriger in den Niederlanden festgenommen

Nach mehreren Sprengstoff-Explosionen in Frankfurt und dem Rheingau-Taunus-Kreis ist ein 20-Jähriger Niederländer festgenommen worden.
Symbolbild: KN/Jonas Wenzel (Yowe)


Mittwoch, 04.03.2026

Gleich mehrere Sprengstoff-Explosionen hatten im letzten Sommer Frankfurt und den Rheingau-Taunus-Kreis - speziell Taunusstein - erschüttert ...

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen einen 20-jährigen Niederländer vollstreckt. Insgesamt sollen eine Frau und vier Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren sowie ein erst 13-jähriger Junge an den Taten beteiligt gewesen sein.

"Nach umfangreichen und intensiven Ermittlungen mit internationalem Bezug unter Federführung des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main wurden am Dienstag im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt ein Haftbefehl in den Niederlanden vollstreckt und dort zeitgleich mehrere Wohnungen durchsucht", teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

13-jähriger Junge soll an den Taten beteiligt gewesen sein


Einer Frau und vier Männern im Alter von 18 bis 24 Jahren werde vorgeworfen, an Explosionen von Sprengsätzen in Frankfurt und im Rheingau-Taunus-Kreis bzw. Taunusstein beteiligt gewesen zu sein. Die Taten seien dem Phänomen "Violence-as-a-Service" zuzuordnen. Der jüngste Tatbeteiligte, der wegen seines Alters nicht als Beschuldigter im Gesamtkomplex geführt werde, sei zur Tatzeit gerade einmal 13 Jahre alt gewesen.

Im Verlauf der Ermittlungen hätten sich Hinweise auf Täterstrukturen in den Niederlanden ergeben. "Gegen den Hauptverdächtigen - einen marokkanisch-stämmigen 20-jährigen Niederländer aus Amsterdam - konnte ein Europäischer Haftbefehl erwirkt werden. Für seine Wohnanschrift sowie die Wohnanschriften und Fahrzeuge vier weiterer Tatverdächtiger wurden Durchsuchungsbeschlüsse erlassen", heißt es aus dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main.

Schusswaffen und Munition sichergestellt


Im Zuge der Maßnahmen seien bei dem Hauptverdächtigen zwei Schusswaffen und Munition sowie bei ihm und den übrigen Verdächtigen mehrere Datenträger und rauschgiftverdächtige Substanzen sichergestellt worden.

Der 20-Jährige sei nach derzeitigem Ermittlungsstand der Kopf der Gruppe. Er soll seine Komplizen in den Niederlanden rekrutiert, beim Bombenbau angeleitet, nach Deutschland gefahren und bei der Tatausführung vor Ort überwacht und geführt haben.

Die Staatsanwaltschaft möchte ihn nach Deutschland ausliefern lassen, "damit er sich hier für die ihm vorgeworfenen Taten verantworten kann". (red/sh)