STEINAU

Wenn die "Kittelscherz" erzählt: Alice Hoffmann strapaziert Lachmuskeln ihrer Fan-Gemeinde

Wer kennt sie nicht, die „Hilde“ aus der ARD-Kultserie „Familie Heinz Becker“.
Fotos: Walter Dörr
von WALTER DÖRR


Montag, 09.03.2026

Wer kennt sie nicht, die „Hilde“ aus der ARD-Kultserie „Familie Heinz Becker“. Alice Hoffmann verkörperte die saarländische Hausfrau, deren Kleidung zur „Kittelschürze der Nation“ wurde.

Und in dieser blau-weißen-braunen „Kittelscherz“ stellte die bekannte Schauspielerin, Moderatorin, Sprecherin, Autorin, Kabarettistin und Sängerin im Literaturcafe´ „Alte Apotheke“ in Steinau mit ihrem Soloprogramm ihr Buch „Denk emol“ vor.

Alice Hoffmann strapaziert Lachmuskeln ihrer Fan-Gemeinde


Mit dem, was in ihrem Buch geschrieben steht, strapazierte sie bei der Autorenlesung mächtig die Lachmuskeln der Besucherinnen und Besucher. Alice Hoffmann verbindet Alltagsbeobachtungen, feinen Humor und ihren ganz eigenen Blick auf das Leben. Weisheiten aus dem Leben einer weisen Frau, die sich logische Gedanken macht, über das, was eigentlich nicht logisch ist. Und das führt zwangsläufig zum Schmunzeln, Nachdenken oder einfach nur zum Genießen.

Alice Hoffmann verbindet Alltagsbeobachtungen, feinen Humor und ihren ganz eigenen Blick auf das Leben.

Einfach zum Genießen


Alice Hoffmann (Jahrgang 1951) ist in Koblenz geboren, wuchs aber in Mainz und bei Köln auf, ehe sie mit 17 Jahren ins Saarland zog. Sie studierte Soziologie, Psychologie und Germanistik sowie Schauspiel in Saarbrücken. Im Saarländischen Staats- und Landestheater stand sie auf der Bühne. Bekannt wurde sie durch die Fernsehrolle „Hilde“ in „Familie Heinz Becker“. Zwölf Jahre lang war sie aber auch die Sekretärin Gerda Braun in saarländischen Tatorten.

Lebenserfahrungen schrieb Hoffmann in ihrem Buch „Denk emol“ nieder. Natürlich konnten die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung in Steinau das Buch auch erwerben und signieren lassen, zuvor erzählte Alice Hoffmann in ihrem Live-Programm, was die Käufer zuhause erwartet – und auf was man sich freuen kann. Saarländische Sprache könnte Verständigungsprobleme auslösen.

Sprachkurs für alle Nicht-Saaarländer


So begann sie den Abend mit einem Sprachkurs. Im Saarland ist zum Beispiel eine Frau nicht weiblich, denn vor dem Namen steht nicht „die“ sondern „Es“, wie „Es Hilde“. Ist also quasi ein sächliches Ding. Die Fragen „Ha?“, „Un?“ oder „Un sonst?“ haben immer die gleiche Antwort, nämlich „Jo“. Ein Ei ist ein „Ä“ – nicht aber beim Frühstücksei. Übrigens, wie man weiß, dass man im Saarland ist, sehe man daran, dass auf der Autobahn ein Schild „Bitte wenden“ steht. Das Saarland sei auch so klein, dass auf der Deutschlandkarte bei der Tagesschau links neben Frankfurt nichts mehr zu sehen sei.

Ihre Essgewohnheiten (Sie is iwwerhaupt net dick – nur zu klein): Morjens ein Scheibchen Brot (e Süßschmier-Schmierche), middachs e Stückelsche Fleisch mit gebrodene Grumbeere un e schüsselsche Salat. Abends habe sie natürlich Hunger und gönne sich „e Käsplatt, manchemol Grummbeer-Salat un ein, zwei, drei Frankfurter“. Die Geschichten des „Denk emol“ sind vielschichtig: von einer „bleed Sproch“ über Corona, „Die Dido un der Dodi do“, Seebestattung, Frau Kittelschürz zur Lage der Nation, beim Hautarzt, in der Oper und beim Katholikentag, neue Ergebnisse der Hirnforschung, Osterhase und Bundeswehr bis zum Weihnachtswahnsinn.

Einfach köstlich – geschrieben und live. Viel Spaß beim Durchklicken der Fotostrecke von „Hilde“ Alice Hoffmann und dem Literaturcafe „Alte Apotheke“.