STEINAU
Steinau: Comedian Luis Adam liefert "Sit-Down-Comedy" vom Feinsten - mit viel Selbstironie
Foto: Walter Dörr
Dienstag, 10.03.2026
Der junge Comedian Luis Adam aus Hanau hat im Theatrium Steinau vor rund 40 Gästen Spenden für Therapie-Spielgeräte in seinem Wohnort Kahl am Main gesammelt. Der 2005 geborene Künstler tritt ohne Gage auf und verbindet sein Comedy-Programm mit einem sozialen Zweck.
Adam sitzt bei seinen Auftritten auf der Bühne. Der Grund: Er ist von Geburt an gehbehindert und kann nicht laufen. Statt klassischer Stand-up-Comedy präsentiert er daher eine Form der „Sit-down-Comedy“. Dabei verbindet er humorvolle Texte, Lieder und viel hessische Mundart.
Programmname spielt auf Adams Lieblingsspeise ab
Mit seinem Programm „Kaddoffelsippsche“ trat er nun im Steinauer Theatrium auf. Der Titel spielt auf Adams Lieblingsgericht an – Kartoffelsuppe mit „Ahler Worscht“. Inhaltlich greift der junge Künstler Alltagssituationen, Dialekt und auch seine eigene Behinderung humorvoll auf.
Der Auftritt begann mit organisatorischen Herausforderungen: Zwar ist der Saal des Theatriums barrierefrei erreichbar, die Bühne selbst jedoch nicht. Deshalb musste die Bühne zunächst hochgefahren werden, um Adam den Zugang zu ermöglichen.
"Parodieren, singen, reimen - nur net laafe"
Begrüßt wurden die Gäste zuvor von Steffen Eckel, der im Theatrium für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Er vertrat Theaterleiter Detlef Heinichen, der wegen der aktuellen Lage im Iran in Bangkok festsaß. Eckel stellte Adam mit einer Beschreibung des hessischen Comedians Johannes Scherer vor: „Er kann parodieren, singen, reimen – nur net laafe.“
Adam selbst bezeichnet sich als „Dichter und Schüler“. Schon früh fiel laut seiner Logopädin auf, dass er zwar nicht laufen könne, dafür aber besonders sprachgewandt sei. Diese Stärke nutzt er heute auf der Bühne. Seine Behinderung greift er dabei bewusst in seinen Texten auf und kommentiert sie selbstironisch.
Einnahmen sollen Therapie-Spielgeräte finanzieren
Das Publikum im Steinauer Theatrium reagierte mit viel Applaus und Gelächter auf die rund anderthalbstündige Vorstellung. Besonders die Mischung aus Mundart, Wortspielen und musikalischen Einlagen kam bei den Besuchern an.
Die Einnahmen des Abends fließen in ein Projekt in Kahl am Main. Dort sollen von den Spenden Therapie-Spielgeräte angeschafft werden. (red)