NIDDERAU

Werbung am Scheibenwischer bald passé? Zumindest wenn es nach ihm geht

Dr. Ralf Grünke von der ÖDP Nidderau.
Foto: ÖDP Nidderau
von Redaktion Kinzig News


Sonntag, 15.03.2026

Werbeprospekte und Visitenkarten an geparkten Autos sind vielen Fahrzeughaltern ein Dorn im Auge. Dr. Ralf Grünke, Ortsbeiratskandidat der ÖDP in Windecken, fordert nun ein konsequentes Durchgreifen der Stadtverwaltung gegen die unerwünschte Papierflut an Windschutzscheiben.

Ob für den nächsten Gebrauchtwagenankauf oder die lokale Autowaschanlage – die kleinen Zettel hinter dem Scheibenwischer gehören zum Stadtbild vieler Kommunen. Jüngst sorgte eine Aktion der CDU in Nidderau für Aufsehen, bei der Aktive Flyer an geparkten Fahrzeugen hinterließen. Für Dr. Ralf Grünke, der für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) im Stadtteil Windecken antritt, ist damit eine Grenze überschritten. Er sieht in dieser Praxis nicht nur ein Ärgernis für die Bürger, sondern auch einen rechtlichen Tatbestand, der sanktioniert gehört.

Schluss mit Zetteln am Scheibenwischer: ÖDP-Kandidat fordert Bußgelder in Nidderau

Wie das Portal Windecken berichtet, ist die rechtliche Lage dabei eindeutiger, als viele Werbetreibende vermuten. Das Anbringen von Werbemitteln an abgestellten Fahrzeugen auf öffentlichem Grund gilt als Sondernutzung öffentlicher Straßen. Eine solche Nutzung ist genehmigungspflichtig. Liegt diese Erlaubnis der zuständigen Behörde nicht vor, handelt es sich formal um eine Ordnungswidrigkeit, die von den Kommunen jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt wird.

Während einige Städte und Gemeinden bewusst über die Verteilung der Handzettel hinwegsehen, gehen andere bereits dazu über, Bußgelder zu verhängen. Grünke kritisiert, dass der Schutz der Privatsphäre beim Auto im Vergleich zum häuslichen Briefkasten vernachlässigt werde. Dort wehren sich viele Menschen bereits mit Aufklebern gegen unerwünschte Einwürfe. Die Frage des ÖDP-Politikers, ob Fahrzeughalter nun ebenfalls Schilder an ihren Wagen anbringen müssten, unterstreicht die empfundene Überforderung durch die stetig wachsende Papierflut.

Ökologischer Gedanke stützt kuriose Forderung

Für den Fall seiner Wahl in den Ortsbeirat kündigte Grünke an, einen offiziellen Antrag einzubringen. Die Stadt Nidderau solle künftig aktiv gegen Werbetreibende vorgehen, die ohne Genehmigung Flyer an Fahrzeugen befestigen. Er fordert, dass die Verwaltung die rechtlichen Spielräume nutzt und konsequent Bußgelder einfordert, um die Belästigung der Fahrzeughalter im Stadtgebiet einzudämmen. 

Hinter der Forderung steht auch ein ökologischer Gedanke. Nicht selten landen die Werbezettel ungelesen auf dem Asphalt, wenn Autofahrer sie beim Einsteigen achtlos entfernen. Grünke möchte diese Form der Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung stoppen.

Ein Vorstoß für mehr Sauberkeit im öffentlichen Raum

Ein Bußgeldkatalog würde seiner Meinung nach eine abschreckende Wirkung erzielen und Unternehmen dazu bewegen, auf weniger invasive Werbeformen umzusteigen. Ob die Stadt Nidderau diesem Vorstoß folgen wird, bleibt abzuwarten. Das Thema berührt jedoch einen Nerv bei vielen Bürgern, die sich durch die ungebetene Werbung an ihrem Eigentum gestört fühlen. 

Sollte der Antrag Erfolg haben, könnte Nidderau zu jenen Kommunen aufschließen, die den öffentlichen Raum und das Eigentum der Fahrzeughalter strikter vor unerlaubten Sondernutzungen schützen. (red)