FRANKFURT AM MAIN

Hier schneits auch ohne Winter: Das ist die Kokain-Hauptstadt Deutschlands

Kokain-Hauptstadt Deutschlands. (Symbolfoto)
Foto: Pixabay/moritz320
von Redaktion Kinzig News


Donnerstag, 19.03.2026

Frankfurt weist nach einer neuen Abwasseranalyse der europäischen Drogenbehörde EUDA die höchsten Kokainwerte unter den deutschen Städten auf. Berlin und Hamburg folgen auf den Plätzen zwei und drei. Die Daten deuten zudem darauf hin, dass der Kokainkonsum in Frankfurt seit 2017 deutlich zugenommen hat.

Nirgendwo in Deutschland wurden im Abwasser zuletzt höhere Rückstände des Kokain-Abbauprodukts Benzoylecgonin gemessen als in Frankfurt. In der EUDA-Auswertung für 2025 liegt Frankfurt vor Hamburg und Berlin an der Spitze der deutschen Städte.

Wie aus der am 18. März veröffentlichten EUDA-Studie hervorgeht, wurden dafür 2025 eine Woche lang täglich Proben in 115 Städten aus 25 Ländern untersucht. Die Analyse bezieht sich auf Einzugsgebiete von insgesamt rund 72 Millionen Menschen und misst die Rückstände in Milligramm pro 1000 Einwohner.

Werte steigen seit Jahren

Für Frankfurt weisen die EUDA-Daten beim Kokain-Abbauprodukt einen Tagesmittelwert von 723,84 Milligramm je 1000 Einwohner aus. Dahinter folgen in Deutschland Hamburg mit 707,37 und Berlin mit 643,88. Gegenüber dem Frankfurter Wert aus dem Jahr 2017 von 427,93 entspricht das einem Anstieg um rund 69 Prozent.

Die Belastung ist dabei nicht nur auf einzelne Partynächte konzentriert. In Frankfurt liegen die Werte auch unter der Woche hoch, am Wochenende steigen sie noch einmal an. Das passt zu früheren Hinweisen auf einen überdurchschnittlichen Kokainkonsum in der Mainmetropole: Laut einer Auswertung des Barmer Morbiditäts- und Sozialatlas wurde 2023 bei 1,27 von 1000 Frankfurterinnen und Frankfurtern Kokainmissbrauch ärztlich festgestellt, bundesweit lag der Wert bei 0,33.

Ketamin in Frankfurt kein Spitzenwert

Zum ersten Mal hat die EUDA-Studie auch Ketamin breiter ausgewertet. Frankfurt liegt hier unter den deutschen Städten nicht an der Spitze, sondern auf Rang sieben. Höhere Werte wurden unter anderem in Berlin, Chemnitz, Rostock und Hamburg gemessen. Die Frankfurter Proben stammen nach EUDA-Angaben aus Sindlingen, Griesheim und Niederrad.

Insgesamt verweist die Behörde auf einen weitverbreiteten und sich wandelnden Drogenkonsum in europäischen Städten. Besonders hohe Kokainwerte finden sich europaweit weiterhin vor allem in Städten in Belgien, Spanien und den Niederlanden. (red)