FRANKFURT AM MAIN
Das hält Uli Hoeneß von Eintracht's Transferstrategie
Symbolbild: pixabay
Samstag, 21.03.2026
Er nimmt kein Blatt vor den Mund.
Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß ist ein Freund klarer Worte. Jetzt hat er sich in Frankfurt anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Frankfurt School an seinen Freund und Eintracht Ehrenaufsichtsrat Wolfgang Steubing (76) ausführlich zur Transferstrategie von Eintracht Frankfurt geäußert und dabei durchaus Kritik anklingen lassen.
Das Frankfurter Geschäftsmodell der letzten Jahre sah meist so aus: Junge, entwicklungsfähige Talente günstig kaufen und schnell für viel Geld wieder verkaufen. Darauf angesprochen sagte Hoeneß: "Ich persönlich bin kein großer Freund vom Verkauf von guten Spielern. Ich sage immer: Beim FC Bayern sind wir ein Käuferverein und kein Verkäuferverein. Und ich glaube, dass das auch das Geheimnis unserer Identität ist. Und jetzt wird Axel Hellmann auch noch begreifen, dass man auf Dauer eben bei jedem Verkauf auch Substanz verliert.“
Es sei zwar schön, mal 50 oder 60 Millionen zu bekommen, "doch dann weiß jeder, dass man sie hat. Beim nächsten Transfer wird es ein bisschen teurer, die eigenen Spieler verlangen ein bisschen mehr Geld", so die Manager-Legende weiter.
Eintracht droht Millionen-Miese
Der angesprochene Axel Hellmann saß übrigens im Publikum und dürfte das ganz anders sehen. Dabei scheint es als käme das Eintracht-Geschäftsmodell langsam aber sicher an seine Grenzen. Denn trotz Mega-Verkäufen wie Ekitiké (für 90 Millionen Euro nach Liverpool) oder Kolo Muani (für 95 Millionen nach Paris) in den letzten Jahren, stoßen die Frankfurter finanziell an ihre Grenzen. Schon im Vorjahr stand ein Defizit von 8,3 Millionen Euro in der Bilanz. In diesem Jahr drohen bis zu 20 Millionen Euro. Wenn das internationale Geschäft verpasst werden sollte, sogar noch einmal deutlich mehr.
Vielleicht könnte ein finanzkräftiger Investor Abhilfe schaffen. Zwar verhindert die 50+1-Regel solch einen Einstieg aktuell, doch wenn es nach Hoeneß geht, sollte diese Regel bald Geschichte sein. "Wir brauchen 50+1 nicht. Für Vereine – zum Beispiel Borussia Mönchengladbach oder andere Vereine, die durchaus Sponsoren hätten, die mal richtig investieren wollen, um die Wettbewerbsfähigkeit in der deutschen Bundesliga zu verbessern – wäre es unheimlich hilfreich, wenn auch Sponsoren, Mäzene oder Investoren hier eine Chance bekämen.“
Die Eintracht-Fans müssen sich aber keine Gedanken machen. Hellmann ist auch da ganz anderer Meinung. Er ist ein großer Verfechter von 50+1.