HANAU

Arbeitsmarkt in Hanau bleibt stabil - doch es gibt auch riesige Sorgen

Von links nach rechts: Heiko Kasseckert, Heiko Hengster, Isabelle Hemsley.
Foto: Büro Heiko Kasseckert
von Redaktion Kinzig News


Samstag, 21.03.2026

Der Hanauer Arbeitsmarkt bleibt nach Einschätzung mehrerer Beteiligter insgesamt stabil. Zu diesem Ergebnis kommen der Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert, Hanauer Stadträtin und Oberbürgermeisterkandidatin Isabelle Hemsley sowie Heike Hengster, Leiterin der Bundesagentur für Arbeit, nach einem gemeinsamen Arbeitsmarktgespräch.

Wie aus einer Pressemitteilung von Kasseckert hervorgeht, liegt der Beschäftigungsschwerpunkt in Hanau weiterhin im industriellen Bereich. Zugleich wird dort betont, dass die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren gestiegen sei – eine Entwicklung, die sich auch bundesweit zeige.

Vor allem junge Menschen stärker betroffen

Besonders auffällig ist nach den Angaben ein Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 24-Jährigen. Heike Hengster fordert deshalb mehr Durchlässigkeit im System und eine stärkere Anerkennung von Ausbildungsmaßnahmen, damit junge Menschen schneller und dauerhaft in Arbeit kommen.

Auch auf dem ersten Arbeitsmarkt gibt es aus Sicht der Gesprächsteilnehmer Anlass zur Wachsamkeit. Nach Angaben Kasseckerts geht die Zahl der offenen Stellen zurück. Noch deutlicher fällt demnach der Rückgang bei den angebotenen Ausbildungsplätzen aus.

Unternehmen stehen unter Druck

Als Grund wird in der Mitteilung die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage genannt. Die Entwicklung spiegele die Stimmung vieler Unternehmen nach mehreren Jahren wirtschaftlicher Schwäche und Rezession wider.

Isabelle Hemsley beschreibt die Lage deshalb als zweigeteilt. Einerseits sei der Arbeitsmarkt in Hanau stabil, andererseits stünden die Unternehmen vor tiefgreifenden Veränderungen. Genannt werden Digitalisierung, Verschiebungen in der Weltwirtschaft, neue Zölle und die Frage, wie widerstandsfähig Unternehmen künftig aufgestellt sein müssen.

Stadt setzt auf engere Verzahnung

Nach Darstellung Hemsleys will die Stadt diesen Wandel aktiver begleiten. Mit der Kreisfreiheit seien neue Möglichkeiten entstanden, Arbeitsmarktpolitik stärker vor Ort zu steuern. Als Beispiel nennt sie das „Haus rund um das Erwerbsleben“. Dort sollen Arbeitsvermittlung, Qualifizierung und Beratung enger miteinander verzahnt werden. 

Ziel ist es nach ihren Angaben, vorhandene Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebote besser mit den Menschen zusammenzubringen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. (red)