FULDA / MKK

Impuls von Stefan Buß: Gedanken zur Heiligen Woche – Triduum

Ich bin Stadtpfarrer Stefan Buß aus Fulda
Foto: Hendrik Urbin/KN
von STEFAN BUß


Samstag, 28.03.2026

Das Zentrum unseres Glaubens ist die Feier des Triduum – der Heiligen Woche, in der wir das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu betrachten und feiern. Die Woche beginnt mit dem Palmsonntag.

Die Menschen begrüßen Jesus mit Palmzweigen und erwarten einen mächtigen König. Doch sein Weg führt nicht zu politischem Triumph, sondern zum Kreuz. Vielleicht erinnert uns dieser Tag daran, wie oft auch wir falsche Erwartungen an Gott haben. Gott kommt anders, als wir denken – still, demütig, verletzlich.

Zwischen Jubel und Verrat liegen nur wenige Tage. In diesen stilleren Tagen der Woche zeigt sich die Zerbrechlichkeit des Menschen: Begeisterung kann schnell in Gleichgültigkeit oder Ablehnung umschlagen. Die Karwoche stellt uns die Frage: Wo stehe ich selbst?

Am Abend des Gründonnerstag wäscht Jesus seinen Jüngern die Füße und schenkt sich im Mahl. Liebe zeigt sich nicht in großen Worten, sondern im Dienst. Wahre Größe ist, sich zu beugen und für andere da zu sein. Beim Letzten Abendmahl hinterlässt er in Brot und Wein seinen Jüngern und damit auch der Kirche heute ein sichtbares Zeichen seiner Gegenwart.

Der Karfreitag ist der Tag des Kreuzes. Gott bleibt nicht fern vom Schmerz der Welt; er geht selbst hinein. Das Kreuz ist nicht nur ein Zeichen des Leidens, sondern auch der radikalsten Liebe – einer Liebe, die selbst im Tod nicht aufgibt. Jesus stirbt am Kreuz zum Heil der Menschen.

Der Karsamstag ist ein oft übersehener Tag. Alles scheint verloren, Hoffnung ist begraben. Doch gerade diese Stille gehört zum Glauben. Es gibt Zeiten, in denen Gott verborgen ist – und dennoch wirkt. Es ist der Tag der Grabesruhe.

Am Morgen von Ostern bricht das Licht durch. Das Leben ist stärker als der Tod. Die Auferstehung ist mehr als ein Ereignis der Vergangenheit – sie ist eine Einladung, dass auch unser Leben neu werden kann.

Die Heilige Woche zeigt den Weg Gottes: vom Jubel zur Hingabe, vom Kreuz zur Auferstehung, vom Ende zu einem neuen Anfang.