FRANKFURT AM MAIN
Was bei Mario Götze und Eintracht Frankfurt gerade wirklich los ist
Foto: Pixabay/jorono
Dienstag, 24.03.2026
Bei Eintracht Frankfurt ist Mario Götze plötzlich vom Führungsspieler zum Härtefall geworden. Der 33-Jährige war zuletzt sportlich außen vor – und das, obwohl er fit genug für den Kader gewesen sein soll. Für viele Fans kam das einem kleinen Paukenschlag gleich.
Nach Informationen der Bild-Zeitung ist die Situation aber weniger explosiv, als sie auf den ersten Blick wirkt. Denn trotz der überraschenden Ausbootung sollen die Gespräche über eine Vertragsverlängerung weiter auf Hochtouren laufen. Mehr noch: Eine Einigung in der Länderspielpause scheint weiter möglich.
Unter Riera kippt die Lage plötzlich
Besonders auffällig ist die Entwicklung, weil Götze unter Trainer Albert Riera zunächst noch gesetzt war. In den ersten Spielen unter der Leitung des Spaniers stand er in der Startelf und gehörte sichtbar zu den Profis, auf die der neue Coach setzte.
Dann kam der Bruch. Zunächst blieb Götze zweimal die komplette Spielzeit auf der Bank. Beim Auswärtsspiel in Mainz war er schließlich gar nicht mehr dabei. Riera entschied sich stattdessen für andere Profile – und nahm sogar den erst 17 Jahre alten Love Arrhov mit in den Spieltagskader.
Die Botschaft des Trainers ist klar
Eine direkte Abrechnung mit Götze lieferte Riera nicht. Seine Erklärung war jedoch eindeutig: Für ihn zählen nicht Name, Alter oder Status, sondern die Eigenschaften, die in einem bestimmten Spiel gebraucht werden.
Am DAZN-Mikro reagierte der Trainer sogar mit einer Gegenfrage und wollte wissen, welchen anderen Spieler man denn stattdessen aus dem Kader hätte nehmen sollen. Damit machte er klar, dass es aus seiner Sicht eine rein sportliche Entscheidung war – auch wenn genau das die Sache bei einem Spieler wie Götze noch brisanter macht.
Vertragsverlängerung wohl trotzdem vor dem Abschluss
Genau hier wird es spannend. Denn sportlich ist Götze gerade klar zurückgeworfen worden, bei seiner Zukunft in Frankfurt sieht es trotzdem weiter nach Verlängerung aus. Die Gespräche mit dem Klub und seinem Berater Volker Struth sollen bereits weit fortgeschritten sein.
Das ist bemerkenswert, weil solche Signale im Normalfall Zweifel auslösen könnten. In diesem Fall scheint Eintracht den Weltmeister aber weiterhin als wichtigen Baustein zu sehen – nicht nur wegen seiner Qualität am Ball, sondern auch wegen seiner Rolle in der Kabine. Götze gilt intern weiter als Profi mit hohem Ansehen und als Orientierungspunkt für jüngere Spieler.
Burkardt stellt sich öffentlich hinter Götze
Rückendeckung bekommt Götze auch direkt aus der Mannschaft. Jonathan Burkardt machte nach dem Mainz-Spiel kein Geheimnis daraus, dass ihn die Entscheidung überrascht hat. Er bezeichnete Götze als wichtiges Teammitglied, das man immer gebrauchen könne.
Damit stellte sich ausgerechnet ein Offensivspieler hinter ihn, in einer Phase, in der Frankfurt vorne selbst nach Lösungen sucht. Burkardt sprach offen darüber, dass der Mannschaft Konsequenz in beiden Strafräumen fehlt. Außerdem gebe es zu wenig Tiefe und zu wenig Tiefenläufe. Viel Ballbesitz, aber zu wenig echte Gefahr – genau das sei derzeit das Problem.
Ausgerechnet jetzt fehlt ein Spieler für Ideen
Gerade deshalb wirkt Götzes Rolle so widersprüchlich. Frankfurt sucht im letzten Drittel nach Klarheit, Kreativität und Kontrolle – und ausgerechnet einer der erfahrensten Verbindungsspieler ist außen vor.
Ob das nur eine Momentaufnahme unter Riera ist oder doch mehr über die neue Hierarchie verrät, werden die nächsten Wochen zeigen. Stand jetzt deutet aber alles auf dieses Bild hin: sportlich gerade kaltgestellt, bei der Zukunft aber noch längst nicht abgeschrieben. (anc)