FRANKFURT AM MAIN

Bande ergaunert mit vermeintlich wertvollen Büchern mehr als 11 Millionen Euro

Die Bande gaukelte ihren Opfern vor, Käufer für ihre vermeintlich wertvollen Bücher gefunden zu haben
Symbolbild: pixabay
von Redaktion Kinzig News


Donnerstag, 26.03.2026

Großer Schlag gegen eine Betrügerbande, die mit einer ungewöhnlichen Masche ältere Menschen hemmungslos abzockte. 

Am Mittwochmorgen durchsuchten rund 200 Beamte des Gemeinsamen Finanzermittlungszentrums und des Hessischen Landeskriminalamtes sowie Unterstützungskräfte von Behörden außerhalb Hessens nach monatelangen Ermittlungen insgesamt 27 Objekte in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen, um eine Betrugsbande hochzunehmen. Dabei wurden vier Männer und eine Frau wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges festgenommen.

Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder einer bundesweit agierenden und auf die Begehung von sogenannten "Faksimile-Betrugstaten" spezialisierten Bande zu sein. Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft gaukelte die Bande ihren Opfern vor, Käufer für ihre vermeintlich wertvollen Bücher gefunden zu haben, die bereit seien, Summen in astronomischer Höhe zu bezahlen. Auf diese Weise wurden die Geschädigten dazu veranlasst, angeblich nötige Vorauszahlungen, wie etwa für Transport- und Versicherungskosten, an die Beschuldigten zu zahlen; teilweise sollen die Opfer auch täuschungsbedingt dazu gebracht worden sein, vorab Bankkredite aufzunehmen, um die Vorauszahlungen an die Beschuldigten überhaupt leisten zu können. Auf diese Weise soll die Bande seit 2022 mindestens 370 Personen um insgesamt 11 Millionen Euro betrogen haben. 

Festnahmen, Durchsuchungen und Vermögensarreste 

Die Ermittlungen hätten das Bild einer hochprofessionell und arbeitsteilig agierenden Gruppierung ergeben, die über mehrere Jahre unter dem Mantel von Scheinfirmen mit Sitz vor allem in Frankfurt aufgetreten sei, so die Staatsanwaltschaft. 

Als Kopf der Bande nahmen die Ermittler einen 36-jährigen Mann aus Unterfranken fest. Er soll einer Gruppe von "Vertriebspartnern" vorgestanden und diese angeleitet haben. Neben ihm wurden noch drei weiter Männer zwischen 31 und 39 Jahren verhaftet, die als "Vertriebspartner" in direktem Kontakt mit den Opfern gestanden haben sollen. Der ebenfalls festgenommenen 33-jährigen Frau wird vorgeworfen, im Rahmen von "Callcenter"-Tätigkeiten Geschädigte kontaktiert zu haben.

Neben den Durchsuchungsbeschlüssen und Haftbefehlen konnten zudem Vermögensarreste über eine Gesamtschadenssumme von ca. 11 Millionen Euro vollstreckt werden. Bei einem der Beschuldigten wurde dabei ein Mercedes AMG im Wert von über 200.000 Euro sichergestellt. Außerdem wurden 50 Bankkonten und zwei Immobilien in Unterfranken gepfändet. 

Die Ermittlungen in dem Fall dauern weiter an.