STEINAU
Paukenschlag in Steinau an der Straße: Erlebnispark wird 13. Stadtteil
Foto: Steffen Eckel
Mittwoch, 01.04.2026
Steinau an der Straße bekommt Zuwachs ...
Der Erlebnispark wird künftig als 13. Stadtteil geführt. Bürgermeister Christian Zimmermann übergab das neue Ortsschild im Rahmen eines Ortstermins an den kommissarischen Ortsvorsteher Theo Zwermann.
"Das ist gelebte Stadt"
„Es ist nur logisch, dass der Erlebnispark ein Stadtteil der Brüder-Grimm-Stadt wird. Hier pulsiert das Leben, Begegnung und Bewegung – das ist gelebte Stadt. Mit rund 25 Hektar Fläche und jährlich etwa 130.000 Besucherinnen und Besuchern bringt der neue Stadtteil alles mit, was eine moderne und lebendige Kommune ausmacht“, sagte Zimmermann bei der Übergabe.
Auch Theo Zwermann zeigte sich sichtlich zufrieden mit seiner neuen Aufgabe: „Ich habe mich schon immer für die Belange der Menschen eingesetzt, jetzt eben für Menschen mit Eis in der einen und Pommes in der anderen Hand.“ Der neue Stadtteil sei hervorragend aufgestellt: kurze Wege, funktionierende Infrastruktur und „eine außergewöhnlich hohe Dichte an guter Laune“.
Eigene Kindertagesstätte soll entstehen
Neben den positiven Entwicklungen bringt die neue Struktur auch neue Aufgaben mit sich. So soll im Stadtteil eine eigene Kindertagesstätte entstehen. Unter dem Namen „Kita Fliegenpilz“ ist ein Betreuungsangebot geplant, das sich insbesondere an die jüngsten Besucherinnen und Besucher richtet. „Wir müssen hier Betreuung neu denken. Eine Herausforderung beim Betreuungsschlüssel bleibt allerdings die stark schwankende Kinderzahl im Tagesverlauf“, so der Rathauschef.
Auch die demokratische Einbindung des neuen Stadtteils sorgt für Gesprächsstoff. Da sich ein Großteil der Bevölkerung nur vorübergehend im Erlebnispark aufhält, stellt sich die Frage, wie Beteiligung organisiert werden kann. „Wir nehmen das Thema ernst“, betonte Zimmermann. „Demokratie lebt davon, dass alle mitmachen können, auch wenn sie nur für ein paar Stunden Steinauer Bürgerinnen und Bürger sind.“
Zweitwohnsitzsteuer rückt in den Fokus
Parallel dazu rückt die mögliche Einführung einer Zweitwohnsitzsteuer in den Fokus. Hintergrund sind zahlreiche Anfragen von Menschen außerhalb der Brüder-Grimm-Stadt, die ihren Zweitwohnsitz im Erlebnispark anmelden möchten. „Die Nachfrage ist da, vor allem rund um den Eingangsbereich der Sommerrodelbahn“, berichtete Zwermann. Während die Stadt in der Abgabe eine sinnvolle Ergänzung der Einnahmestruktur sieht, sorgt ein weiterer Vorschlag für unterschiedliche Einschätzungen: Im Zuge der Diskussion wurde auch eine sogenannte neuen „Eselsteuer“, nach dem Modell der Hundesteuer ins Gespräch gebracht.
Zwermann reagiert darauf mit klaren Worten: „Unser Esel Erli ist kein Luxusgut, sondern Teil der Grundversorgung. Da hört für mich der Spaß auf.“ Zimmermann blieb diplomatisch: „Wir führen gute Gespräche. Wichtig ist, dass wir am Ende eine Lösung finden, die für alle tragfähig ist, sowohl für die Stadt und für den neuen Stadtteil.“
Auch politisch könnte der Erlebnispark künftig eigene Wege gehen. Auf die Frage, ob er bei der nächsten Kommunalwahl antreten wolle, ließ Zwermann durchblicken, dass entsprechende Überlegungen im Raum stehen. „Es gibt viele Themen, die eine starke Stimme brauchen“, sagte er. Über die mögliche Gründung einer „Eselspartei“ wollte er sich jedoch nicht näher äußern, schloss sie aber auch nicht aus.
Fest steht: Mit dem Erlebnispark gewinnt Steinau an der Straße nicht nur an Fläche, sondern auch an Lebensfreude und um eine ganze Reihe neuer kommunalpolitischer Fragestellungen. Der neue Stadtteil tritt bereits Anfang April in Kraft. (red)