HANAU
Hanau im Visier Russlands? Stadt schaltet Verfassungsschutz ein
Archivfoto: KN/Tobias Rehbein
Montag, 20.04.2026
Nach Nachrichten aus Russland hat die Stadt Hanau den Bundesverfassungsschutz kontaktiert: Hanau ist auf einer Liste mit angeblichen Standorten aufgetaucht, die an der Produktion ukrainischer Drohnen beteiligt sind. Das teilte am Wochenende Oberbürgermeister Claus Kaminsky mit.
Auf Drohnen-Liste aufgetaucht
"Wir haben aus verschiedenen regionalen und überregionalen Medien erfahren, dass Hanau auf einer Liste des russischen Verteidigungsministeriums stehen soll. Daher habe ich in Abstimmung mit meinen beiden hauptamtlichen Dezernenten, Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri und Stadträtin Isabelle Hemsley, Kontakt zu Staatsschutz, Verfassungsschutz, Polizei und Regierungspräsidium aufgenommen", sagt der Hanauer OB.
Das russische Verteidigungsministerium habe, so berichten Medien, eine Liste mit 21 europäischen Unternehmen veröffentlicht, die an der Drohnenproduktion für die Ukraine beteiligt sein sollen, darunter auch eine Zulieferer-Firma aus Hanau. Russische Politiker bezeichneten diese angeblich als potenzielle militärische Ziele.
"Einschüchterung funktioniert oft mit Desinformation und fehlender Information"
"Medien berichten, dass der deutsche Verfassungsschutz vor wachsender Bedrohung warne und Kontakt mit den betroffenen Unternehmen aufgenommen hätte. Um die Hanauerinnen und Hanauer zu informieren, haben wir nun Kontakt zum Bundesamt für Verfassungsschutz, Staatsschutz, Polizei und Regierungspräsidium Darmstadt aufgenommen", erläutert Kaminsky.
Einschüchterung funktioniere oft mit Desinformation und fehlender Information. "Diese Versuche dürfen in Hanau nicht fruchten. Wir wollen Transparenz und Information für unsere Bürgerschaft", so der OB abschließend. (red)