RODENBACH
ACE deckt in Rodenbach auf: Darum darf auch bei Rot nicht aufs Smartphone geschaut werden
Foto: ACE Auto Club Europa e. V.
Samstag, 25.04.2026
Der ACE Auto Club Europa hat in Rodenbach die Nutzung von Smartphones am Steuer überprüft. Bei einer 30-minütigen Beobachtung an der Ampel in der Hanauer Landstraße 1 zählten die Ehrenamtlichen gleich mehrere sichtbare Verstöße.
Insgesamt wurden 205 Fahrzeuge erfasst. Das entspricht einem Anteil von rund 2,4 Prozent. Beobachtet wurden laut ACE unter anderem das Aufnehmen des Handys in die Hand, Tippen auf dem Display, das Halten ans Ohr sowie das Sprechen in das Mikrofon.
Check-in Rodenbach ist Teil einer bundesweiten Aktion
Die Kontrolle in Rodenbach gehört zur diesjährigen ACE-Clubinitiative unter dem Motto „Kopf hoch!“. Seit April untersuchen nach Angaben des Clubs bundesweit rund 700 Ehrenamtliche an mehr als 250 innerörtlichen Kreuzungen, wie häufig Autofahrer während der Fahrt sichtbar zum Smartphone greifen.
Die Ergebnisse aus Rodenbach sind damit eine lokale Momentaufnahme, fließen aber in eine größere bundesweite Auswertung ein. Die Gesamtergebnisse der Aktion sollen im Herbst veröffentlicht werden.
Schon wenige Sekunden können gefährlich werden
Der ACE verweist darauf, dass schon kurze Ablenkung erhebliche Folgen haben kann. Wer bei Tempo 50 innerorts zwei Sekunden lang nicht auf die Straße schaut, legt demnach rund 28 Meter im Blindflug zurück. Selbst bei Tempo 30 seien es noch etwa 17 Meter.
Gerade im dichten Ortsverkehr ist das riskant. Betroffen sind dabei nicht nur Autofahrer selbst, sondern besonders auch Fußgänger und Radfahrer, die im entscheidenden Moment übersehen werden können.
Unfallzahlen zeigen das Problem
Zur Einordnung verweist der ACE auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach wurde 2024 bei 8722 Unfällen mit Personenschaden Ablenkung als Ursache festgestellt. In 1039 Fällen soll die Nutzung elektronischer Geräte nachweislich zum Unfall geführt haben.
Nach ACE-Angaben starben dabei 25 Menschen. Regionalbeauftragter Nils Christoph Burkhoff sagte mit Blick auf die Rodenbacher Beobachtung: „Die Ergebnisse aus Rodenbach zeigen ein vergleichsweise moderates Bild, dennoch bleibt jeder einzelne Verstoß ein ernstzunehmendes Risiko.“
Verstöße auch an roten Ampeln
Auffällig ist aus Sicht der Beobachter, dass die Nutzung nicht nur während der Fahrt vorkam. Ein Teil der dokumentierten Verstöße wurde auch bei Fahrzeugen festgestellt, die an roten Ampeln standen. Genau dort sehen Verkehrssicherheitsinitiativen seit Jahren ein Problem: Viele Fahrer werten den kurzen Stopp offenbar als Gelegenheit, schnell aufs Display zu schauen.
Rechtlich bleibt die Nutzung elektronischer Geräte am Steuer aber auch dann problematisch, solange die Voraussetzungen für eine erlaubte Nutzung nicht erfüllt sind. (red)