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Diese Blutsauger werden zur Dauergefahr

Die Anzahl der Zeckenbisse steigt wieder.
Foto: Pixabay
von Redaktion Kinzig News


Samstag, 09.05.2026

Sie sind klein, aber brandgefährlich: Zecken breiten sich in Hessen immer weiter aus, und ein Ende ist nicht in Sicht. Experten schlagen Alarm: Der Klimawandel macht die Parasiten zu echten Überlebenskünstlern.

„Wir haben ein Zeckenproblem und wir werden es behalten“, sagt die Ärztin und Zecken-Expertin Adela Zatecky. Der Grund: Immer mehr Arten wandern ein, während heimische Zecken milde Winter problemlos überstehen. Besonders im Fokus stehen dabei die Auwaldzecke (Wiesenzecke) und die Schafzecke, alles Arten, die früher kaum eine Rolle spielten.

Brisant: Mit der Ausbreitung könnte auch das Risiko für Krankheiten steigen. Zwar gilt weiterhin der Gemeine Holzbock als Hauptüberträger von Borreliose und FSME, doch auch die neuen Arten könnten Infektionen weitergeben.

25 FSME-Fälle in Hessen im vergangenen Jahr

Die Zahlen machen nervös: 2025 wurden in Hessen 25 FSME-Fälle registriert – mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Und die Krankheit kann auch außerhalb bekannter Risikogebiete auftreten. Experten halten es für möglich, dass sich die FSME-Karte bald weiter ausdehnt.

Besonders tückisch: Zecken kennen inzwischen kaum noch eine Pause. Schon ab etwa acht Grad Celsius werden sie aktiv. Früher sorgten harte Winter noch für eine natürliche Dezimierung, doch diese Zeiten sind vorbei. „Eine echte Winterpause gibt es praktisch nicht mehr“, so Zatecky.

Heißt konkret: Die Zeckensaison wird länger – und das Risiko steigt. Spaziergänge im Grünen bleiben möglich, aber nur mit Vorsicht. Hessen muss sich offenbar dauerhaft auf die kleinen Blutsauger einstellen.