HESSEN
Der NABU Hessen gibt zu bedenken: "Mähroboter sind große Gefahr für Gartentiere"
Symboldbild: Pixabay
Sonntag, 10.05.2026
Der Rasen beginnt zu sprießen. Jetzt plagt viele bereits der Gedanke ans Mähen ...
Da scheint der Griff zum Rasenmäher oder gar zum Mähroboter auf den ersten Blick eine gute Idee zu sein, um das austreibende Grün wieder in den Griff zu bekommen.
Rasenpflege hat gravierende Schattenseiten
Mähroboter versprechen einen top-gepflegten, perfekten Rasen - und das praktisch auf Knopfdruck und ohne Mühe. Die Rasenpflege hat aber gravierende Schattenseiten, da sie die blumenbunte Vielfalt im Garten verdrängt und Schmetterlinge dann ohne Nahrung bleiben. Die Mähautomaten gefährden darüber hinaus auch viele Tiere direkt. Darauf macht der NABU Hessen aufmerksam.
„Mähroboter haben im privaten Garten nichts verloren, denn sie sind für viele Gartentiere, wie Igel, Eidechsen und Insekten, eine große Gefahr“, mahnt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen.
Mähwerk kann Tiere schwer verletzen oder töten
Ihr Mähwerk könne die Tiere schwer verletzen oder töten. Diese hätten kaum Möglichkeiten, dem Sog und der zerstörerischen Zerkleinerungswirkung des Mähroboters auszuweichen und würden oft überrollt und verstümmelt. Laufen Mähroboter in der Dämmerung oder Dunkelheit, seien besonders nachtaktive Tiere, wie Igel oder Spitzmaus, gefährdet.
„Deshalb sollte es zumindest ein landesweites Nachtfahrverbot für die automatischen Rasenpfleger geben: der Landkreis Gießen ist in den letzten Tagen mit gutem Beispiel vorangegangen“, so Sommerhage.
Wiese im Mai wachsen lassen
Mähroboter sparen zwar Zeit, mit ihnen wird aber meist viel zu häufig gemäht. „Ein gepflegter ‚englischer‘ Rasen widerspricht schon in seinem Grundgedanken dem Artenreichtum, da Wildkräuter und Blüten die Voraussetzung für mehr biologische Vielfalt im Rasen sind. Das engmaschige Mähen fördert eine Monokultur von Gräsern und spiegelt damit im Kleinformat unsere moderne Landwirtschaft wider, in der Wildtiere kaum noch Nahrung und Lebensraum finden“, so Sommerhage.
Sinnvoll sei es deshalb, die eigene Wiese im Mai nur selten zu mähen und einen Teil ganz stehen zu lassen. (red)