BERLIN/USA

Extreme Leistung: Wieviel Geld Arda Saatcis 600-Kilometer-Lauf eingebracht haben könnte

Arda Saatci lief 600 Kilometer in etwa 123 Stunden. Geplant waren 96 Stunden.
Foto: Cameron Moon / Red Bull Content Pool
von Redaktion Kinzig News


Donnerstag, 14.05.2026

Arda Saatçis Wüstenlauf war nicht nur eine sportliche Extremleistung, sondern auch ein großes Ereignis der Creator Economy. Der 28-Jährige lief vom Death Valley bis zum Santa Monica Pier. Am Ende standen 604,6 Kilometer und 123 Stunden und 21 Minuten. Das ursprüngliche Ziel von 600 Kilometern in 96 Stunden verfehlte er zwar, die Aufmerksamkeit war dennoch enorm.

Während des Laufs verfolgten Hunderttausende bis Millionen Menschen die Aktion live. Der STANDARD berichtet von mehr als zwei Millionen gleichzeitigen Zuschauern plattformübergreifend. Auch der YouTube-Kanal Finanzfluss greift diese Zahl in einem Short auf – und stellt die Frage, wie viel Geld Saatçi mit dem Projekt verdient haben könnte.

Genaue Einnahmen sind nicht öffentlich

Die wichtigste Einschränkung: Eine belastbare Abrechnung gibt es nicht. Weder Saatçi selbst noch Red Bull, Twitch, YouTube, TikTok, Brooks oder Mercedes-AMG haben öffentlich gemacht, welche Summen tatsächlich geflossen sind.

Deshalb bleibt jede konkrete Summe eine Schätzung. Sauber unterscheiden muss man zwischen Plattform-Einnahmen, Sponsoring, möglichen Fan-Zahlungen, Merchandise-Umsätzen, Produktionskosten und persönlichem Gewinn.

Finanzfluss nennt bis zu 1,3 Millionen Euro

In dem YouTube-Short schätzt Finanzfluss, dass das Projekt insgesamt zwischen 600.000 und 1,3 Millionen Euro eingespielt haben könnte. Als mögliche Einnahmequellen nennt der Kanal Sponsoring, Twitch-Abos, YouTube-Werbung, Donations, Memberships und einen Umsatzschub für Saatçis eigene Marke Day One.

Finanzfluss verweist außerdem auf Saatçis Rolle als Red-Bull-Athlet sowie auf Sponsoren wie Brooks und Mercedes-AMG. Allein Sponsoring-Verträge für ein Event dieser Größenordnung könnten sich demnach im hohen fünf- bis sechsstelligen Bereich bewegen. Belegt sind diese Beträge allerdings nicht.

Twitch-Abos als wichtiger Baustein

Ein zentraler Punkt in der Finanzfluss-Schätzung sind die Twitch-Abos. Der Kanal spricht von mehr als 50.000 Twitch-Subs und schätzt, dass dadurch grob 100.000 Euro zusammengekommen sein könnten.

Der STANDARD formuliert vorsichtiger und schreibt von „zehntausenden“ Bezahlabos auf Twitch. Genau hier liegt ein großer Unsicherheitsfaktor. Denn ob es 20.000, 30.000 oder mehr als 50.000 Abos waren, macht für die Rechnung einen erheblichen Unterschied.

Plattform-Werbung dürfte nicht alles erklären

Auch über YouTube, TikTok und Livestream-Funktionen können Einnahmen entstanden sein. Dazu zählen Werbeerlöse, Donations, Memberships oder andere Fan-Zahlungen.

Trotz der hohen Reichweite dürfte klassische Plattform-Werbung allein aber kaum die größte Einnahmequelle gewesen sein. Dafür fehlen öffentlich bekannte Daten zu Abrufen, Zuschauerländern, Werberaten, Super Chats, TikTok-Gifts oder konkreten Twitch-Konditionen.

Sponsoring dürfte der größte Hebel sein

Wahrscheinlicher ist, dass der wirtschaftlich wichtigste Teil im Sponsoring lag. Der Lauf wurde als „Cyborg Season“ von Red Bull begleitet. Der STANDARD nennt zudem Brooks, Mercedes-AMG und Saatçis eigene Sportbekleidungsmarke Day One.

Bei einem Creator mit Millionenreichweite und einem mehrtägigen Live-Event sind hohe Sponsoringbeträge plausibel. Genau belegen lässt sich die Höhe aber nicht. Die Finanzfluss-Schätzung bleibt deshalb eine nachvollziehbare, aber nicht verifizierte Einordnung.

Hohe Kosten müssen abgezogen werden

Selbst wenn das Projekt tatsächlich 600.000 bis 1,3 Millionen Euro eingespielt haben sollte, wäre das nicht gleichbedeutend mit Saatçis Gewinn. Der Lauf wurde von einem großen Team begleitet.

Der STANDARD nennt Kameraleute, Ärzte und Assistenten. Dazu kamen Begleitung zu Fuß, auf Fahrrädern, in Autos und in einem Wohnmobil. Weitere Kosten dürften für Reisen, Technik, Produktion, Logistik, Betreuung, Schnitt, Rechte und Management entstanden sein.

Was bleibt als realistische Einordnung?

Seriös lässt sich sagen: Die von Finanzfluss genannte Spanne von 600.000 bis 1,3 Millionen Euro ist als möglicher Projektumsatz nicht abwegig. Belegt ist sie aber nicht.

Plausibel ist auch, dass Twitch-Abos einen größeren Betrag beigesteuert haben könnten und Sponsoring der wichtigste Einnahmeblock war. Ob am Ende tatsächlich ein mittlerer sechsstelliger Gewinn für Saatçi übrig blieb, wie der Finanzfluss-Short nahelegt, bleibt Spekulation.

Der größte Wert liegt wohl in Saatçis Marke

Wirtschaftlich dürfte der Lauf für Saatçi auch langfristig wertvoll sein. Der STANDARD berichtet, dass während der Challenge Hunderttausende neue Fans dazukamen. Allein auf YouTube folgen ihm rund 1,55 Millionen Menschen, auf Instagram 2,2 Millionen und auf TikTok 1,2 Millionen.

Damit hat sich Saatçi weiter als Extremsportler, Creator und Marke positioniert. Für künftige Sponsorings, Livestreams, Produkte und eigene Inhalte kann das wertvoller sein als eine einzelne Auszahlung. (red)