WETTERAUKREIS/GIEßEN

Wird ein brutaler Mord nach über 30 Jahren endlich aufgeklärt?

Vermisste Azime Sisek.
Foto: Polizei/Privat
von Redaktion Kinzig News


Samstag, 23.05.2026

Mehr als 32 Jahre nach dem Verschwinden von Azime Sisek gibt es neue Hinweise in dem Cold Case aus der Wetterau. Nach dem Zeugenaufruf von Ende April sei eine einstellige Zahl von Hinweisen eingegangen, die derzeit geprüft werde, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen laut mehreren Medien mit.

Die Ermittler hatten den Fall der damals 23-jährigen Frau im April neu aufgerollt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Mordverdachts. Durchsucht wurden zwei Wohnanschriften in Limeshain und Ortenberg, an denen sich Azime Sisek mutmaßlich zuletzt aufgehalten haben soll.

Letztes Lebenszeichen war ein Brief

Azime Sisek wurde am 10. Oktober 1969 geboren und reiste Anfang August 1993 aus der Türkei nach Deutschland. Hintergrund soll ein Heiratsversprechen eines Landsmanns gewesen sein.

Am 10. September 1993 schrieb sie einen Brief an ihre Familie. Dieses Schreiben gilt nach Angaben der Ermittler als letztes bekanntes Lebenszeichen der jungen Frau. Erst im September 1995 meldeten Angehörige sie als vermisst.

Ermittlungen wurden 1998 eingestellt

Schon damals gab es laut Polizei und Staatsanwaltschaft Hinweise darauf, dass Azime Sisek Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein könnte. Grund waren demnach die Gesamtumstände und zahlreiche widersprüchliche Angaben mehrerer befragter Personen.

Trotz intensiver Ermittlungen konnte der Fall zunächst nicht aufgeklärt werden. Die Staatsanwaltschaft Gießen stellte das Verfahren 1998 ein. Nun wurde der Cold Case wieder aufgenommen.

Eigentümer der Grundstücke gelten nicht als Beschuldigte

Bei den Durchsuchungen in Limeshain und Ortenberg wurden zwei Grundstücke überprüft. Die Ermittler betonen ausdrücklich, dass die heutigen Eigentümer oder Besitzer der betroffenen Liegenschaften nicht als Beschuldigte gelten.

Zu möglichen Tathintergründen oder etwaigen Tatverdächtigen machen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.

Polizei bittet weiter um Hinweise

Die Ermittler suchen weiterhin Menschen, die Angaben zu Azime Siseks Aufenthalt in Deutschland, ihrem Verbleib oder möglichen Tatverdächtigen machen können. Hinweise können auch vertraulich behandelt werden.

Die Polizei Friedberg nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 06031/601-326 entgegen. Erreichbar ist die Dienststelle montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr. Hinweise können außerdem per E-Mail an K10-WE.PPMH@polizei.hessen.de geschickt werden. (red)