DEUTSCHLAND
So schnell kann das Auto zur lebensgefährlichen Hitzefalle werden
Foto: ADAC Presse
Montag, 25.05.2026
Schon an den ersten sommerlichen Tagen kann ein in der Sonne abgestelltes Auto zur Gefahr werden. Der ADAC warnt deshalb davor, Kinder oder Tiere auch nur für kurze Zeit im Fahrzeug zurückzulassen.
Nach Angaben des Mobilitätsclubs heizen sich Autos bei direkter Sonneneinstrahlung deutlich schneller auf, als viele Autofahrer vermuten. Ein leicht geöffnetes Fenster reicht demnach nicht aus, um gefährliche Temperaturen im Innenraum zu verhindern.
Fast 60 Grad im Innenraum gemessen
In einer Versuchsreihe stellten ADAC-Experten ein Auto in der prallen Sonne ab. Die Außentemperatur lag dabei dauerhaft unter 30 Grad. Im Fahrzeuginneren stiegen die Werte jedoch rasant.
Schon nach einer halben Stunde wurden mehr als 50 Grad gemessen. Nach eineinhalb Stunden lag der Höchstwert bei 59,1 Grad. Für Kleinkinder und Tiere besteht unter solchen Bedingungen Lebensgefahr.
Lenkrad und Kindersitze können sehr heiß werden
Entscheidend ist nicht allein die Lufttemperatur. Auch die direkte Sonneneinstrahlung spielt eine große Rolle. Die Strahlung dringt durch die Scheiben ein und wird im Innenraum gespeichert.
Dabei können auch Oberflächen im Auto extrem heiß werden. Lenkrad, Gurtschlösser oder Kindersitze erreichen laut ADAC Temperaturen von bis zu 80 Grad. Das kann zu Verbrennungen führen.
Schutzfolien helfen, ersetzen aber keine Vorsicht
Der ADAC testete auch, welche Hilfsmittel das Aufheizen verringern können. Am wirksamsten war eine sogenannte Halbgarage, also eine Abdeckplane über dem Auto. Sie senkte die Temperatur im Vergleich um etwa zehn Grad.
Eine silberne Schutzfolie für die Windschutzscheibe brachte rund acht Grad Unterschied. Ein weißes Tuch auf dem Armaturenbrett half deutlich weniger und senkte die Temperatur nur um etwa drei Grad.
Was tun, wenn Kind oder Tier im Auto sitzt?
Wer ein Kind oder Tier in einem aufgeheizten Auto entdeckt, sollte zunächst prüfen, ob die Person oder das Tier ansprechbar beziehungsweise in stabilem Zustand ist. Das kann etwa durch Klopfen an die Scheibe geschehen.
Gibt es Anzeichen für Überhitzung, etwa Apathie, starkes Schwitzen oder bei Hunden starkes Hecheln, sollten sofort Polizei oder Feuerwehr alarmiert werden. Das Einschlagen einer Scheibe ist nur in einer akuten Notsituation gerechtfertigt, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht.
Scheibe einschlagen nur im Notfall
Wer in einem solchen Notfall eine Scheibe einschlägt, sollte nach Möglichkeit Zeugen hinzuziehen und die Rettungskräfte über das Vorgehen informieren. So lässt sich später besser nachvollziehen, warum gehandelt wurde.
Der wichtigste Rat des ADAC bleibt aber: Niemand sollte bei Sonne im geparkten Auto zurückgelassen werden – auch nicht für einen kurzen Einkauf oder einen schnellen Termin. (red)