MAIN-KINZIG-KREIS
Medikamente im Main-Kinzig-Kreis könnten deutlich teurer werden
Foto: NGG | Tobias Seifert
Sonntag, 31.05.2026
Wenn die nächste Erkältung kommt, könnte sie im Main-Kinzig-Kreis nicht nur nerven – sondern auch richtig ins Geld gehen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Rhein-Main schlägt Alarm und warnt vor steigenden Kosten in der Gesundheitsversorgung.
„Wer im Main-Kinzig-Kreis zum Hausarzt geht, für den wird es teurer“, sagt NGG-Geschäftsführer Hendrik Hallier. Hintergrund ist ein geplantes Sparpaket der Bundesregierung, das die Eigenbeteiligung der Versicherten deutlich erhöhen könnte. Künftig könnten bei Medikamenten bis zu 15 Euro Zuzahlung fällig werden, mindestens 7,50 Euro – bisher liegt die Grenze bei 5 Euro, gedeckelt auf 10 Euro.
Mehrbelastung für Versicherte
Für viele Haushalte wäre das eine spürbare Belastung, warnt die Gewerkschaft. „Das läppert sich und drückt auf die Haushaltskasse – neben hohen Ausgaben für Sprit, Lebensmittel, Miete & Co.“, so Hallier.
Die NGG fordert deshalb eine Entlastung über die Mehrwertsteuer: Statt 19 Prozent solle der Satz für Arzneimittel auf 7 Prozent sinken. Das würde Medikamente in den Apotheken im Main-Kinzig-Kreis spürbar günstiger machen – und gleichzeitig auch die Krankenkassen entlasten, so die Hoffnung.
Kritik an Teilkrankschreibung
Doch nicht nur die Preisdebatte sorgt für Kritik. Auch die geplante sogenannte Teilkrankschreibung stößt auf Widerstand. Diese sieht vor, dass Beschäftigte teilweise arbeitsfähig trotz Krankheit wieder in den Job zurückkehren könnten.
„Das sind blanke Schreibtischplanungen“, kritisiert Hallier deutlich. Besonders in körperlich belastenden Berufen wie Bäckereien oder Gastronomie sei das kaum umsetzbar. „Die Arbeit nimmt keine Rücksicht auf Halb- oder Dreiviertel-Kranke.“ Die Sorge der Gewerkschaft: Aus einer flexiblen Idee könnte faktisch ein Druckmittel werden – mit der Gefahr, dass Beschäftigte zu früh wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren müssen.
Am Ende richtet sich der Appell klar an die Politik: Die Abgeordneten aus dem Main-Kinzig-Kreis sollen die Reformpläne in puncto Medikamentenkosten und Teilkrankschreibung dringend nachbessern – bevor Kranksein endgültig zum Luxus wird.