HANAU / DEUTSCHLAND

Weltrekord gepackt: Dirk Leonhardt fährt 1.547 Kilometer auf uraltem DDR-Klapprad

Zehn Tage auf einem jahrzehntealten Klapprad mit einem ebenso alten Sattel: So radelte Dirk Leonhardt 1.547 Kilometer quer durch Deutschland für den guten Zweck.
Fotos: privat


Donnerstag, 28.05.2026

Zehn Tage auf einem jahrzehntealten Klapprad mit einem ebenso alten Sattel. Keine Gangschaltung. Keine Hotel-Übernachtung. So radelte Dirk Leonhardt 1.547 Kilometer quer durch Deutschland für den guten Zweck.

Als der 44-jährige Extremsportler am Samstag, 16. Mai, mit seinem Klapprad in Kusel startete, wusste er, dass es ein großes Abenteuer wird, auf das er sich  einlässt. „Ich habe mir dieses Mal bewusst einen Weltrekord herausgesucht, bei dem auch die Langsamkeit eine wichtige Rolle spielt, und nicht das optimalste und effizienteste Material“, berichtet der Hanauer, der schon sechs andere Weltrekorde aufgestellt hat.

"Weiteste Bikepacking-Strecke mit dem Mifa-DDR-Klapprad"


Leonhardts siebter Weltrekord war die „weiteste Bikepacking-Strecke mit dem Mifa-DDR-Klapprad in zwei Wochen“. Der Rekord stand bei 1.242 Kilometern. Und zudem wollte er eine Botschaft für mehr Miteinander in der Gesellschaft setzen, und mit seiner Tour das Wort „RESPEKT“ sichtbar auf die Landkarte schreiben. Zehn Tage nach seinem Start - am Pfingstmontag - waren es dann sogar 1.547 Kilometer auf dem Klapprad, als der Weltrekordsportler in Aschaffenburg seinen Rekordversuch beendete.

„Jetzt freue ich mich auf eine warme Dusche und eine ruhige Nacht in einem warmen Bett“, sagte Leonhardt bei seiner Ankunft. Vor dem Schloss in Aschaffenburg warteten Freunde und Familie und nahmen den erschöpften Sportler in Empfang.

108 Stunden und 36 Minuten in Bewegung


Für seine Rekordfahrt war er 108 Stunden und 36 Minuten in Bewegung und hat damit eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,2 Stundenkilometern erreicht. Aufgrund des Packgewichts und der fehlenden Gangschaltung musste Leonhardt die Berge meist durchgängig hinaufschieben – bergab erreichte er Geschwindigkeiten bis knapp 54 Sachen.

„Ich habe teilweise nur zwei bis drei Stunden geschlafen, weil am Anfang der Tour auch die Nächte noch sehr kalt waren, und ich nicht so geschützte Schlafplätze gefunden hatte“, berichtet er. „Hotel, Pension, Wohnwagen oder ähnliches waren nicht erlaubt als Schlafplatz - ich musste alles auf dem Rad mitnehmen, was ich für Übernachtung, Hygiene und Technik gebraucht habe. Das war eine der Rekordvorgaben.“

"Meine Route führte bewusst über Mannheim und Hanau"


„Im Schnitt war ich elf Stunden und 24 Minuten täglich in Bewegung. Meine Route führte bewusst über Orte wie Mannheim und Hanau – Städte, die mit Ereignissen verbunden sind, die viele Menschen bewegt haben. Mit meinem Projekt möchte ich ein Zeichen setzen für mehr Respekt, mehr Menschlichkeit und mehr Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“

Dieser Weltrekordversuch sei für ihn nicht nur eine sportliche Herausforderung gewesen: „Ich möchte gleichzeitig Aufmerksamkeit schaffen für ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt: seelische Gewalt an Kindern und Eltern-Kind-Entfremdung. Als selbst Betroffener weiß ich, wie belastend familiäre Konflikte sein können – besonders für Kinder. Deshalb verbinde ich meinen Weltrekordversuch mit einem Spendenprojekt und der Botschaft, wieder mehr miteinander statt gegeneinander zu leben. Ich freue mich über jede Unterstützung und jeden Menschen, der diese Botschaft weiterträgt“, so Dirk Leonhardt abschließend. (red)