SCHLÜCHTERN

Schlüchtern: Ein historischer Moment - das Neue Obertor ist offiziell eingeweiht

Die offizielle Eröffnung mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. 
Fotos: Stadt Schlüchtern


Donnerstag, 28.05.2026

Es ist ein Meilenstein der jüngeren Schlüchterner Stadtgeschichte: Das Neue Obertor in Schlüchterns Innenstadt ist nun offiziell eingeweiht.

Auf dem Areal des ehemaligen Kaufhauses Langer ist auf knapp 1000 Quadratmetern Handels- und Gastronomiefläche entstanden. Die Bäckerei Pappert, das Bekleidungsgeschäft Ernstings, eine Postfiliale, der Optiker Neusehland sowie die Touristinfo der Stadt sind bereits da. Weitere Verwaltungsbereiche der Stadt folgen ebenso wie das Boarding-Hotel mit zehn Zimmern. Und 25 hochwertige Eigentumswohnungen sind ebenfalls entstanden.

"Einmaliges Projekt"


Dieses Projekt ist in vielerlei Hinsicht einmalig. Da ist einerseits der Mut der Stadtverwaltung und der Politik Schlüchterns mit Bürgermeister Matthias Möller an der Spitze zu nennen. Jener war noch gar nicht lange im Amt, als die Langer-Inhaber hm beschieden, das Kaufhaus im Jahr 2018 zu schließen. Möller verbrachte einige schlaflose Nächte, denn schließlich war Langer der Frequenzbringer für Schlüchterns City – auch wenn das Kaufhaus in die Jahre gekommen war.

Schließlich entschied sich die Politik dazu, das Areal zu kaufen, das Kaufhaus abzureißen und das Gelände gemeinsam mit einem Investor zu entwickeln. Dieser Investor fand sich mit der Werner-Gruppe aus Fulda, die das von der Stadt ausgeschriebene strukturierte Bieterverfahren gewonnen hatte.

Ein historischer Moment in der Stadtgeschichte 


Als drittes Mitglied des Erfolgstrios ist das Architekturbüro Reith Wehner Storch zu nennen. Architekt Stephan Storch fand bei der offiziellen Feier zur Einweihung des Neuen Obertores lobende Worte für alle Beteiligten und sprach von einem vielseitigen Nutzungsmix des Areals. Innerhalb von gerade mal eineinhalb Jahren war das Bauwerk übrigens geschaffen. Storch verhehlte aber auch nicht, dass „wir den Entwurf aus finanziellen Gründen neu denken mussten“.

300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren der Einladung in die Stadthalle gefolgt. Sie sahen zu Beginn der Veranstaltung einen beeindruckenden Film über die Entwicklung des Standortes und über das, was sonst in den vergangenen Jahren in Schlüchtern und den Stadtteilen entstand und entsteht. Mächtig stolz zeigte sich Bürgermeister Matthias Möller, der nicht mit Dank an seine Mitarbeitenden und die Schlüchterner Kommunalpolitik sparte.

Landrat Thorsten Stolz (links) und Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller.
Matthias Möller sparte während seiner Rede nicht mit Anekdoten.

Matthias Möller sparte während seiner Rede nicht mit Anekdoten


Seine mitreißende Rede war garniert von Anekdoten, in denen unter anderem eine ältere Dame eine Rolle spielte. Diese traf der Bürgermeister morgens beim Bäcker. Das war kurz nachdem bekannt geworden war, dass Schlüchtern das Langer-Areal selbst entwickelt. „Sie schlug mir die Zeitung auf die Schulter und sagte, so etwas sei nicht die Aufgabe einer Stadt“, berichtete Möller. „Heute wissen wir: Genau das ist die Aufgabe der Stadt. Wenn der Markt versagt, dann muss ein Bürgermeister handeln.“

Möller bezeichnete Landrat Thorsten Stolz als Motivator, Mutmacher und Unterstützer. „Der Landkreis hat stets Wort gehalten und uns beim Bau des benachbarten Kultur- und Begegnungszentrums finanziell unterstützt sowie bei der Planung des Wohnungsbaus.“ Der Landrat selbst sprach von einem „neuen Kapitel der Schlüchterner Stadtgeschichte“. Die zügige Entwicklung Schlüchterns mit Kernstadt und Ortsteilen sei „in Hessen einzigartig“.

"Eine Phase des Stillstands in der Stadt endet"


Klaus Diegelmann, Geschäftsführer von Werner Projektentwicklung, hatte die Einweihung vor Ort bereits moderiert, ergriff aber auch beim offiziellen Akt in der Stadthalle nochmals das Wort: „Eine Phase des Stillstands in der Stadt endet. Nun kehrt das Leben zurück“, sagte er. Viele Projekte seien aufgrund der geopolitischen Lage und der daraus resultierenden finanziellen Situation beendet oder gar nicht erst begonnen worden. „Hier hat niemand aufgegeben, alle haben Mut und Vertrauen bewiesen.“ Auch er nannte Bürgermeister Möller hierfür als Beispiel.

Die Moderation der Veranstaltung oblag Thomas Rau, den Bürgermeister Möller zum Stadtplaner erkoren hat. Auch er berichtete von vielen einschneidenden und nachhaltigen Erlebnissen während der Bau- und Planungsphase. (red)

Etwa 300 Gäste waren der Einladung in die Stadthalle gefolgt.